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Kriminalistischer Feuerzauber um einen Notarzt

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Welch eine Räuberpistole: Der bereits aus Phil Hammersteins Erstling bekannte Notarzt Andreas Heckler gerät unversehens in einen Strudel von Ereignissen, deren Tragweite er (wieder einmal) nicht abschätzen kann: Der langjährige Leiter einer Drittwelt-Hilfsorganisation ist offenbar erschlagen worden - und natürlich ist es ausgerechnet Heckler, der als erster am Unfallort eintrifft und Unrat wittert.

Schon bald macht er sich auf eigene Faust an die Aufklärung - und stellt dabei fest, daß die Hilfsorganisation wohl mehr eigennützig als uneigennützig tätig gewesen ist. Hilfsprojekte erweisen sich als Phantome, die Finanzdaten sind geschönt, die Polizei wird offensichtlich von "ganz oben" manipuliert, und am Ende stellt sich heraus, daß - wie sollte es anders sein? - auch der lange Arm der Stasi immer noch ein recht effektives und schlagkräftiges Mordinstrument ist, wenn es um die Durchsetzung harter finanzieller Interessen geht.

Erpressung, Entführung, inszenierte Autounfälle, Mord und Totschlag und natürlich eine diskrete Prise Erotik, das alles vor einem solide recherchierten medizinischen Hintergrund - mit diesen Ingredienzien würzt Hammerstein, selbst Mediziner mit Notarzterfahrung und derzeit psychotherapeutisch tätig, das Geschehen so intensiv, daß man den 440-Seiten-Krimi am liebsten an einem Stück durchlesen würde.

Angesichts des kriminalistischen Feuerzaubers fallen auch manche sprachliche Schwäche oder altbekannte Klischees bei der Schilderung zwischenmenschlicher Beziehungen unter die Rubrik "vernachlässigbar". (FHV)

Phil Hammerstein: "Hilfreiche Geschäfte". 444 Seiten. Karin Fischer Verlag, Aachen. Euro 19. ISBN 3895144894.

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