Gesellschaft

Künftige Sozialpädagogen lernen an der Uni zaubern

BAMBERG (ddp). Zaubern an der Uni? Ein Seminar zur "Zauberpädagogik in der sozialen Arbeit" wird seit Beginn des Wintersemesters erstmals am Fachbereich Soziale Arbeit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg angeboten. Das Interesse der Studenten ist groß.

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Was wie akademischer Hokuspokus klingt, hat einen fundierten Hintergrund. Der 42-jährige Sozialpädagoge und Pädagoge Uwe Radtke bringt seinen Studenten - allesamt angehende Diplom-Sozialpädagogen - bei, wie sie Zaubertricks bei ihrer künftigen Arbeit mit Jugendlichen, alten Leuten und Suchtkranken einsetzen können.

"Zaubertricks sind eine hervorragende Möglichkeit, um das Eis zu brechen und sofort Kontakt aufzunehmen", sagt Radke und sortiert seine Arbeitsmaterialien. Auf einem weißen Tisch breitet Radtke vor seinen Studenten Zigaretten, Münzen, Haushaltgummis, drei rote Bälle, ein weißes Seil, einen Salzstreuer, ein Gewürzfläschchen, ein Kartenset sowie ein orangefarbenes und ein goldenes Tuch aus.

"Eine hervorragende Möglichkeit, sofort Kontakt aufzunehmen."

Der erste Griff gilt den Zigaretten. Radtke repetiert den Unterrichtsstoff der vergangenen Stunde und steckt sich die Zigarette in sein linkes Nasenloch, um sie mit einer eleganten Bewegung aus seinem Mund hervorzuholen. Die Studenten, die um den weißen Tisch sitzen, folgen seinem Beispiel. Wahlweise schieben sie sich Zigaretten ins rechte oder linke Nasenloch. "Ihr könnt es auch mit der Augenhöhle ausprobieren", sagt Radtke und schiebt sich die Zigarette in sein Augenlid. Zumindest wirkt es so. Denn worauf es bei diesem Trick ankommt, ist vor allem "Fingerfertigkeit, Disziplin und Übung".

10 bis 15 Teilnehmer, nehmen regelmäßig an dem außergewöhnlichen Seminar teil. Sie haben sich "aus Neugierde und Interesse" für das Wahlangebot entschieden. "Ich hatte gehofft, dass wir jemanden zersägen", sagt Studentin Stephanie Schreiber. Solche Tricks gehören jedoch nicht zum Zauberrepertoire von Radtke. "Ich mache Close-up-Magic", sagt der 42-Jährige, der in seiner Freizeit regelmäßig in Bamberger Kneipen und Cafés als Tischzauberer unter dem Künstlernamen "Richard le Chrétien" auftritt. Wobei er rund einen Meter von seinem Publikum entfernt zaubert. "Man muss die Tricks nicht nur beherrschen, sondern auch immer eine Geschichte erzählen, um den Fokus des Publikums zu lenken."

Mit den Fähigkeiten der Nachwuchs-Zauberer ist der Dozent an diesem Tag sehr zufrieden. "Sie beherrschen die Tricks von mittel bis wirklich super gut." Und auch die Studenten, die neben theoretischen Informationen über die Geschichte der Zauberei und die Einsatzmöglichkeiten bei der sozialen Arbeit vor allem praktische Zauberkunststücke lernen, schätzen das außergewöhnliche Uni-Angebot. "Das ist endlich mal eine interessante Vorlesung, bei der man nicht einschläft", sagt Stephanie Schreiber, der das Seminar trotz fehlender Säge-Tricks "sehr gut" gefällt.

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