Lilly studiert Lebensmittelproben

WUPPERTAL (dpa). "Naturwissenschaftliches Zauberlabor für Vier- bis Sechsjährige" steht im Vorlesungsverzeichnis. Seit vergangener Woche hat in Wuppertal die Junior Uni, die bundesweit erste Kinder- und Jugenduniversität, geöffnet.

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Warum wird das grün? Die kleinen Studenten der Junior Uni untersuchen Lebensmittel.

Warum wird das grün? Die kleinen Studenten der Junior Uni untersuchen Lebensmittel.

© Foto: dpa

Die vierjährige Lilly ist Teilnehmerin eines Seminars zur Lebensmittelchemie: "Ich finde das spannend", sagt sie über die Experimente am Rotkohl und betrachtet die Pipette in ihrer Hand. Eben hat sie mit der Pipette eine Substanz in ein Reagenzglas mit Rotkohlsaft gespritzt. War es Waschmittel, Backpulver, Leitungswasser oder Essig? So genau weiß die kleine Lilly das nicht mehr. Was sie noch weiß: "Das hat sich verfärbt."

Ihre Tischnachbarin Ramona (5) zählt die Farben auf: "Grün, Lila, Pink, Rot." Für die Erklärung, warum Rotkohlsaft - je nach Zutat - die Farbe wechselt, bleibt am Eröffnungstag kaum Zeit. Der Andrang der Journalisten und Politiker ist enorm.

Die Junior Uni soll als ständige Bildungseinrichtung Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 19 Jahren neben Schule und Kindergarten spielerisch an Mathematik, Naturwissenschaft und Technik heranführen. Auf dem Programm stehen Kurse wie "Können Gummibärchen schwimmen?", "Das geht ab wie eine Rakete!", "Detektiv im Internet" oder "Faszination Wurfmaschine".

Wissen sei die wichtigste Ressource eines Landes, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) kürzlich bei der Eröffnung. Und der Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) betonte: "Die Junior Uni ist für alle da, nicht nur für die, die es sich leisten können." Das einmalige Projekt, das sich unter anderem aus Mitteln der Wuppertaler Jackstädt-Stiftung und durch Unterstützung eines bürgerschaftlich getragenen Fördervereins finanziert, sei "keine Junior Uni für Eliten", so Jung. Ein Eindruck, den Lillys Tante, die am ersten "Uni-Tag" ihrer Nichte mitgekommen ist, nicht teilt: Berufstätige könnten Kinder nicht um 10.00 Uhr vormittags zur Junior-Uni bringen.

Ein achtwöchiger Uni-Kurs à 1,5 Stunden pro Woche kostet zehn Euro. Die Resonanz auf die derzeit gut 40 Kurse sei "höher als erwartet", berichtete der Oberbürgermeister: Über 600 Anmeldungen gebe es - fast 400 Kinder stünden auf der Warteliste. Die Kurse werden von insgesamt 50 Wuppertaler Universitätsprofessoren und Studenten, Lehrern sowie Fachleuten aus Wuppertaler Betrieben und Unternehmen gegeben.

Petra Schmidts zoologischer Kurs über "Raubtiere" ist längst ausgebucht. Es geht um die Frage, was typisch für Raubtiere wie Bären, Löwen, Leoparden, Panther, Pumas und Geparde ist: Scharfe, einziehbare Krallen, Fang- und Reißzähne und das "Auf Zehenspitzen-Gehen".

Internet: www.junioruni-wuppertal.de

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