Kommentar zur Flüchtlingsversorgung

Mehraufwand, der sich lohnt

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Die medizinische Betreuung der zahlreichen Flüchtlinge stemmt auch ein gut organisiertes Gesundheitswesen wie das deutsche nicht ohne Probleme. Bislang zeigt sich aber, dass diese lösbar sind. Das liegt nicht allein an Engagement, Enthusiasmus und Ehrenamt - aber auch.

Denn ohne den freiwilligen Einsatz von Ärzten aus Praxen, Kliniken und im Ruhestand würden die hausärztlichen Sprechstunden in den vielen Flüchtlingseinrichtungen nicht funktionieren.

Ärzte, aber auch zahlreiches Krankenschwestern und anderes medizinisches und Verwaltungspersonal haben die Not der Menschen erkannt und gehandelt, bevor Strukturen aufgebaut werden konnten, bevor vertragliche Vereinbarungen getroffen wurden - und bevor es zu spät war. Langsam wird die Hilfe organisierter, Kooperationen spielen sich ein, die Strukturen funktionieren an vielen Orten.

Was aber immer noch nur in Ausnahmefällen wie derzeit in Neumünster gelingt, ist die Einbindung von nach Deutschland geflüchteten Ärzten in die Versorgung.

Nicht jede Hürde ist nachvollziehbar. Warum etwa die in den Flüchtlingseinrichtungen ankommenden Ärzte nicht sofort den Kammern gemeldet werden, bleibt ein Rätsel.

Der Mehraufwand bei der Registrierung würde sich durch schneller in Gang gesetzte Verfahren zur Anerkennung auszahlen. So lange hier keine geordnete Information erfolgt, ist das Engagement einzelner gefragt, die Ärzte unter den Flüchtlingen finden und unterstützen.

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