Mittel für Tuberkuloseforschung reichen nicht aus

BERLIN (af). Mehr Geld für die Entwicklung neuer Tuberkulose-Medikamente fordert die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen". Vor allem die Punkte, an denen Wirkstoffe an das Tuberkulose-Bakterium andocken könnten, seien zu wenig bekannt.

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"Da herrscht großes Rätselraten", sagte Joost Butenop von der deutschen Sektion der Organisation anlässlich des Welttuberkulosetags, der am Samstag begangen wird. Am 24. März 1882 entdeckte Robert Koch das Bakterium.

Das 1966 weltweit zugelassene Rifampicin sei das jüngste Tuberkulose-Medikament auf dem Markt, kritisierten die Ärzte. Inzwischen hätten sich Resistenzen gegen die vorhandene Medikation weit verbreitet. In jüngerer Zeit trete eine extrem resistente Variante auf. Die Behandlung sei außerordentlich schwierig, sagte Butenop. Dennoch bestehe eine Heilungschance von bis zu 60 Prozent.

Voraussetzung sei, dass die zum Teil langjährige Therapie durchgehalten werde. Die Patienten müssten am Tag bis zu 25 verschiedene, oft übel schmeckende Arzneien einnehmen und gleichzeitig deren Nebenwirkungen ertragen.

Die Weltgesundheitsorganisation geht von neun Millionen neu Erkrankten in jedem Jahr aus. Etwa 1,7 Millionen Menschen sterben an Tuberkulose. Betroffen sind vor allem Menschen in den Staaten der früheren Sowjetunion und in Osteuropa. Ärzte ohne Grenzen unterhält seit einigen Jahren Programme in Georgien, Armenien, Usbekistan und Tadschikistan sowie in Thailand, Kambodscha, Kenia und Uganda. Die durch Tröpfcheninfektion übertragene Krankheit verbreitet sich vor allem auf Märkten, auf denen die Bevölkerung auch entlegener Gebiete zusammenkommt.

Um bis 2010 ein neues Medikament einsetzen zu können, würden etwa 900 Millionen Dollar im Jahr für Forschung und Entwicklung benötigt, sagte Oliver Moldenhauer, der für Ärzte ohne Grenzen die Medikamenten-Kampagne koordiniert. Derzeit bringen private und öffentliche Geldgeber zusammen lediglich 200 Millionen Dollar dafür auf.

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