Schule

Schluss mit Cybermobbing

Mobbing im Internet - viele Kinder und Jugendliche reagieren darauf hilflos. Psychologen stellen ein Trainingskonzept vor.

Veröffentlicht: 14.07.2012, 11:01 Uhr

KÖLN (acg). Fiese Beschimpfungen auf "schülerVZ" oder gemeine Schmähungen auf "Facebook" - wenn Kinder und Jugendliche von Mobbing aus dem Internet berichten, wissen die wenigsten, wie sie darauf reagieren sollen.

Die Psychologen Dr. Stephanie Pieschl und Dr. Torsten Porsch von der Universität Münster forschen seit vielen Jahren über das sogenannte Cyber-Mobbing und haben jetzt das Buch "Schluss mit Cybermobbing" veröffentlicht, das sich in erster Linie an Pädagogen und Eltern richtet.

Praktische Tipps plus Film

"Kinder und Jugendliche sind gut darin, die neuen technischen Möglichkeiten zu nutzen, die das Internet bietet", sagt Pieschl. "Was häufig fehlt, ist eine ethische Medienkompetenz."

Das Buch bietet deshalb kaum konkrete Handlungsanweisungen, wie Eltern und Lehrer auf Internet-Mobbing reagieren sollen.

Stattdessen stehen viele praktische Übungen im Mittelpunkt, wie Angriffe aus dem weltweiten Netz verhindert werden können.

"Dafür haben wir gemeinsam mit Studierenden einen Film gedreht, der als DVD dem Buch beiliegt", erklärt Pieschl.

Der Film behandelt einen fiktiven Cybermobbing-Fall sowohl aus Opfer- als auch aus Täterperspektive und endet schließlich ohne Auflösung.

"Er soll eine Anregung zur Diskussion bieten. Schüler sollen die unterschiedlichen Perspektiven einnehmen und sich miteinander austauschen", sagt die Psychologin.

Veröffentlichungen im Netz - und ihre Konsequenzen

Die Übungen sind so konzipiert, dass auch Lehrer und Eltern ohne besondere Internetkenntnisse sie tatsächlich realisieren können.

"Der erste Teil des Buches gibt einen Überblick über Cybermobbing, dessen Geschichte und den aktuellen Stand der Forschung", sagt sie. Der zweite Teil gibt praktische Hilfestellung in Form der Übungen.

Auch ein weiteres Thema, das zunehmend an Aktualität gewinnt, spielt in diesem Buch eine Rolle: Es geht dabei um die Frage, wie viel Kinder und Jugendliche von sich im Internet preisgeben.

"Dabei machen wir keine Vorschriften, was gut und was schlecht ist, sondern regen zur Diskussion an, welche Konsequenzen welche Veröffentlichungen im Netz haben können", erläutert Pieschl das Konzept des Buches.

Stephanie Pieschl/ Torsten Porsch: Schluss mit Cybermobbing! Das Trainings- und Präventionsprogramm "Surf-Fair". Mit Film und Materialien auf DVD.

126 Seiten, EUR 26,95

ISBN 978-3-407-62776-6

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