Bundesweiter Aktionstag gegen Lärm

"So geht leise!"

Strategien gegen Krach: Mehr als 100 Veranstalter werben am 27. April für mehr Ruhe im Land.

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BERLIN. Unter dem Motto "So geht leise!" wollen am Tag gegen Lärm an diesem Mittwoch mehr als 100 Veranstalter bundesweit für mehr Ruhe werben. "Bei dem Aktionstag geht es um Lärm, seine Wirkung und darum, wie man sich schützen kann", sagt Evelin Baumer von der Deutschen Gesellschaft für Akustik (Dega).

Laut Baumer bieten etwa Schulen Workshops an, Hörgeräteakustiker laden zu kostenlosen Hörtests ein und Berufsgenossenschaften, etwa in der Bauwirtschaft, schulen Auszubildende zum Thema Lärmschutz. Die Dega organisiert seit 1996 die deutsche Variante des "International Noise Awareness Day".

In Deutschland sind Straßen- und Schienenverkehr Berechnungen zufolge die größten Lärmverursacher, gefolgt vom Flugverkehr. Mindestens 10 Millionen Menschen leben in der Nähe von Straßen, deren Lärm Experten als starke Belästigung einstufen, wie aus Daten des Umweltbundesamtes (Uba) hervorgeht.

Von zu lautem Schienenverkehr sind demnach mindestens 6 Millionen Menschen betroffen und von Fluglärm rund 800.000 Menschen. Krank machendem Lärm sind insgesamt etwa 4,8 Millionen Menschen ausgesetzt. Das Uba hat Daten aus Lärmkarten zusammengetragen, die für sehr stark befahrene Straßen, Haupteisenbahnstrecken, Großflughäfen und Ballungsräume erstellt werden müssen.

Befragt man die Menschen nach ihrem persönlichen Empfinden, ergibt sich ein etwas anderes Bild. Eine Umfrage von Bundesumweltministerium und Uba von 2014 ergab ebenfalls, dass unter den Lärmquellen der Straßenverkehr die meisten Menschen stört.

Es folgten jedoch laute Nachbarn sowie Industrie- und Gewerbelärm. Beides war in den genannten Uba-Lärmkarten nicht aufgeführt. Fluglärm und Schienenverkehrslärm kommen auf die Plätze vier und fünf, wobei beide als weniger störend empfunden wurden als noch 2012.

Jeder zehnte Befragte fühlt sich demnach stark oder sehr stark von Lärm belästigt. Nur etwa jeden vierten stört Umgebungslärm nicht. (dpa)

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