Deutschland

Sterbeüberschuss erreicht mit 327.000 Menschen neuen Rekordstand

Obwohl im Vorjahr in Deutschland viel mehr Menschen gestorben sind als geboren wurden, steigt die Bevölkerungszahl durch Zuwanderung um 1,1 Millionen.

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Ungeachtet der Zuwanderung nach Deutschland ist der Sterbeüberschuss im vergangenen Jahr gestiegen und erreicht mit 327.000 eine Größenordnung, die der Einwohnerzahl von Münster (Westfalen) entspricht.

Ungeachtet der Zuwanderung nach Deutschland ist der Sterbeüberschuss im vergangenen Jahr gestiegen und erreicht mit 327.000 eine Größenordnung, die der Einwohnerzahl von Münster (Westfalen) entspricht.

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Wiesbaden. Die Einwohnerzahl in Deutschland ist im Vorjahr um rund 1,1 Millionen auf 84,4 Millionen gestiegen. Die Bevölkerung hat damit um 1,3 Prozent zugenommen, 2021 fiel der Anstieg mit 0,1 Prozent weit geringer aus. Das hat das Statistische Bundesamt am Dienstag mitgeteilt.

Ursache dieser Entwicklung sei vor allem die starke Nettozuwanderung nach Deutschland: Im vergangenen Jahr sind 1,45 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen – dies sei vor alle auf die Fluchtbewegung aus der Ukraine zurückzuführen. Im Jahr 2021 betrug die Nettozuwanderung 329.000 Menschen.

Der Bevölkerungszuwachs spiegelt sich in allen Bundesländern. In absoluten Zahlen verzeichnete Nordrhein-Westfalen mit 215.000 den stärksten Anstieg, gefolgt von Bayern (192.000) und Baden-Württemberg mit 156.000 (siehe nachfolgende Grafik).

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Die prozentual stärksten Zuwächse wurden für Berlin und Hamburg mit jeweils plus 2,1 Prozent registriert.

Die Entwicklung in West- und Deutschland war dabei vergleichbar: Die alten Bundesländer verzeichnen einen Anstieg um 913.000 Personen (plus 1,4 Prozent), in den neuen Ländern waren es 131.000 (plus 1,1 Prozent).

12,3 Millionen Menschen ohne deutschen Pass

Im Zuge der Zuwanderung hat die Zahl der Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit um 1,4 Millionen auf 12,3 Millionen zugenommen. Unter diesen hatten 1,34 Millionen die türkische, 1,05 Millionen die ukrainische und 883.000 die syrische Staatsbürgerschaft.

Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung hat nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zu 2021 von 13,1 auf 14,6 Prozent zugenommen. Im Vorjahr ist damit die Zahl der Ausländer um 13 Prozent gestiegen, wohingegen die Zahl der deutschen Staatsangehörigen um 309.000 oder minus 0,4 Prozent gesunken ist.

Dabei unterscheidet sich die Altersstruktur der Ausländer deutlich von der der deutschen Bevölkerung. 18,6 Prozent der Deutschen waren im Vorjahr unter 20 Jahre alt, unter Ausländern waren es 20,2 Prozent. Fast jeder Dritte unter den Einwohnern mit deutschem Pass war über 59 Jahre (32,4 Prozent), in der ausländischen Bevölkerung waren es nur 12,4 Prozent.

Von der Entwicklung unberührt zeigt sich die Entwicklung des Sterbeüberschusses in Deutschland: Im Vorjahr starben 327.000 Menschen mehr als geboren wurden (2021: 228 000). (fst)

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