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Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Stiftung: Zahl der Genitalverstümmelungen an Mädchen und Frauen nimmt zu

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Hannover. Wegen der Corona-Pandemie und zunehmender Dürren gibt es in Afrika, dem Nahen Osten und Asien vermutlich wieder mehr Genitalverstümmelungen an Mädchen und Frauen. Darauf wies die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) am Freitag in Hannover hin. „Durch Schulschließungen während der Pandemie wurde den Mädchen ein wichtiger Schutzraum genommen“, erklärte die stellvertretende DSW-Geschäftsführerin Angela Bähr. „Die Dürre wiederum bringt die Familien in eine so prekäre Situation, dass die Verheiratung der Töchter als wirtschaftliche Notwendigkeit erscheint.“ Deren Genitalverstümmelung ist oftmals eine Voraussetzung dafür.

Neben Schutzräumen und medizinischer Versorgen hilft Mädchen und Frauen der Stiftung zufolge vor allem Aufklärung. „Nur, wenn sie eine Stimme bekommen, kann ein gesellschaftlicher Wandel eintreten, der unabdingbar ist, um diese tief verwurzelten, schädlichen Rituale zu beenden“, sagte Bähr.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind aktuell mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen in 30 Ländern an ihren Genitalien verstümmelt. Die Praxis gilt als Menschenrechtsverletzung und trifft viele Mädchen noch vor ihrem 16. Geburtstag. Der Eingriff kann Komplikationen nach sich ziehen, deren Behandlung die Gesundheitssysteme schätzungsweise 1,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten. Kommenden Montag ist der internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung. (KNA)

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