Essen in der Schulkantine

Ungesund - und nicht mal lecker

Sie sollen junge Kunden gesund und lecker ernähren - doch das schaffen nicht alle. Gerade ältere Schüler machen häufig einen Bogen um die Schulkantine.

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Mädchen und Jungen der Berliner Wedding-Schule beim gemeinsamen Essen.

Mädchen und Jungen der Berliner Wedding-Schule beim gemeinsamen Essen.

© Carstensen/dpa

BERLIN. Wie kann Essen an der Schule besser werden? Darum geht bei einer bundesweiten Aktion von Schulen, Caterern und Experten. 600 Aktionen sollen bei den "Tagen der Schulverpflegung", die von Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) eröffnet wurden, für gesunde Kantinenkost werben.

Denn noch längst nicht alle Schüler gehen in die Mensa.

Wie viele Schüler essen in Mensen? Im bundesweiten Schnitt isst etwa die Hälfte der Grundschüler mittags in der Schule. Das ergab eine Studie vom Mai 2015. "Je älter die Kinder werden, umso seltener sind sie bereit, in die Mensa zu gehen", sagt Ulrike Arens-Azevedo, Autorin der Studie, die das Ernährungsministerium in Auftrag gegeben hat.

An weiterführenden Schulen kaufen nur noch 30 Prozent das Essen dort. In den fünften und sechsten Klassen gehen die Schüler noch recht häufig in die Kantine, in der Oberstufe nur noch sehr selten.

Durchschnittsnote 2,5

Als Grund, warum sie das Schulessen verschmähen, nannten die meisten Schüler dessen Geschmack. Immerhin: Durchschnittlich gaben sie dem Kantinen-Essen die Note 2,5.

Was essen Kinder gern? Wenig überraschende Antworten haben die Forscher in ihrer Studie herausgefunden, "nämlich Nudeln, Pizza, Pfannkuchen und Pommes", sagt Arens-Azevedo, Professorin für Ernährungswissenschaft.

Einige Gerichte fänden sich gleichzeitig auf der Liste der beliebtesten und am meisten verabscheuten Mittagessen, zum Beispiel Lasagne und Milchreis.

Die Mensa-Expertin Sabine Schulz-Greve sagt: "Wenn Kinder ein Grundverständnis dafür haben, was ihnen gut tut, dann wählen sie nicht nur Pizza und Pommes, denn sie sind neugierig." Man müsse ihnen aber durch Ernährungsbildung Vielfalt erst nahebringen.

Zweimal pro Woche Fleisch

Was sollten Kinder mittags essen? "Immer sollte ein Mittagessen Obst beziehungsweise Gemüse enthalten", sagt Arens-Azevedo. Möglichst komme noch ein Salat dazu. "Immer sollte es eine Kohlenhydratkomponente enthalten, also Reis, Kartoffeln oder Nudeln."

Maximal zweimal pro Woche solle Fleisch auf den Teller kommen.

Laut Arens-Azevedos Studie wird nur in 20 Prozent der deutschen Schulen selbst gekocht. 60 Prozent der Schulen lassen sich fertige Speisen warmgehalten anliefern, im Osten häufiger als im Westen. Das Liefern sei räumlich und personell am unkompliziertesten, sagt Schulz-Greve.

Tiefkühl- oder Kühlschrankkost wärmen demnach jeweils acht Prozent der Schulen selbst auf. Der Preis für die Mittagsverpflegung ist nicht festgeschrieben. Die durchschnittlichen Preise schwanken an Grundschulen und weiterführenden Schulen laut der Studie zwischen 1,50 und 3,68 Euro.

An den Berliner Grundschulen kostet das Mittagessen laut Schulz-Greve einheitlich 3,25 Euro. "Davon zahlt das Land 30 Prozent, die Eltern 70 Prozent." In weiterführenden Schulen hätten sich die Preise auf etwa 3,50 Euro eingependelt.

Was muss sich beim Mittagessen an deutschen Schulen verbessern? Ein Ergebnis der Studie lautet: Die Schulmensen servieren noch zu wenig Salat und Rohkost. Fleisch dagegen komme zu häufig auf den Teller.

Qualität hat ihren Preis

Daneben empfiehlt Arens-Azevedo den Schulen: "Integriert die Schüler mehr in die Abläufe, ermöglicht es ihnen, Wünsche zu äußern." Dies sorge dafür, dass mehr Schüler das Mensaessen akzeptierten.

Wichtig sei aber vor allem, dass die Schulen beim Anbieter auf Qualität achteten, und dass sie sich das gesunde Essen auch etwas kosten ließen. Schulz-Greve: "Qualität hat ihren Preis, und das ist gut so." (dpa)

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