Gesellschaft

Verhöhnt, verprügelt, vergewaltigt

FRANKFURT/MAIN (Smi). 55 Prozent der HIV-infizierten Einwohner Südafrikas sind Frauen. Sie kämpfen nicht nur gegen ihre Krankheit, sondern auch gegen Armut, gewalttätige Ehemänner und ignorante Behörden.

Veröffentlicht:
Frauen helfen Frauen im Kampf gegen Aids - eine große Herausforderung in Südafrika.

Frauen helfen Frauen im Kampf gegen Aids - eine große Herausforderung in Südafrika.

© Foto: imago

An das Schicksal dieser Frauen erinnert Amnesty International aus Anlass des Weltfrauentags am kommenden Sonntag.

Der Leidensweg von Jamala (Name geändert) ist beispielhaft für das Unglück vieler Frauen in Südafrika. Im Alter von 15 Jahren wurde sie von acht Jugendlichen ihres Dorfes vergewaltigt. Sie vertraute sich weder Polizei noch Ärzten an, selbst ihrer Großmutter nicht, bei der sie aufwuchs. Ihre Peiniger sah sie häufig wieder. "Sie lachten über mich", erzählt die heute 23-Jährige. "Die Jungen, die mich vergewaltigt haben, besuchten eine höhere Schule und ich nur die Volksschule. "

In kaum einem anderen Land werden so viele Mädchen und Frauen vergewaltigt wie in Südafrika. Amnesty International zufolge wurden allein zwischen April 2006 und September 2007 insgesamt 75 000 Vergewaltigungen von der Polizei dokumentiert, lokale Organisationen gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele Opfer leiden nicht nur psychisch unter den Folgen der Misshandlung, sondern werden dabei auch mit HIV infiziert. Nach UN-Angaben liegt das Ansteckungsrisiko für junge Frauen in Südafrika viermal höher als bei Männern. Etwa fünfeinhalb Millionen Südafrikaner sind HIV-positiv, von den 15- bis 49-Jährigen ist jeder Fünfte infiziert.

Jede vierte Südafrikanerin, so Amnesty, lebe in einer gewalttätigen Beziehung. Frauen werden unterdrückt, geschlagen und vergewaltigt. Aus finanzieller Abhängigkeit und der Angst, verstoßen zu werden, begehren nur wenige auf. Frauen auf dem Land, so Amnesty, seien oft von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen und hätten im Fall einer HIV-Infektion keine Hilfe zu erwarten.

Mehr zum Thema

Sinkende Corona-Inzidenz

Spahn-Ministerium sieht keinen Grund für Entwarnung

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Claudia Vollbracht, Humanbiologin und medizinische Wissenschaftlerin beim Unternehmen Pascoe

© [M] Privat; Levan / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie Vitamin-C-Infusionen bei COVID-19 helfen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

© Maksim Tkachenko / Getty Images / iStock

SARS-CoV-2 und COVID-19

Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Was sollte die neue Regierung als Erstes anpacken?

© [M] Nuthawut / stock.adobe.com

Pflichtenheft für die neue Regierung

Drei Reformen sind Lesern der „Ärzte Zeitung“ besonders wichtig

Ulrich Weigeldt kritisierte, dass Hausärzte bei den Pandemieentscheidungen meist gar nicht oder zu spät gehört wurden.

© Georg J. Lopata/Deutscher Hausärzteverband

Deutscher Hausärztetag

Hausärzte an die Politik: Wir sind kein Add-on!

Heim-Hämodialyse: Die Qualität der Therapie ist ähnlich gut wie bei Dialyse in Kliniken.

© artinspiring / getty images / iStock

DGfN-Kongress

Nephrologen legen 10-Punkte-Plan für mehr Heimdialyse vor