Gesund Altern

Werden wir eines Tages ewig leben?

Wie bleiben Menschen im Alter länger gesund - und lässt sich die Zeit der Morbidität möglichst kurz halten? Für Antworten müssen nach Ansicht von Experten endlich aussagekräftige Studien her. Google erforscht bereits das ewige Leben.

Veröffentlicht: 14.06.2016, 05:09 Uhr
Werden wir eines Tages ewig leben?

Forscher sind zunehmend skeptisch, ob wir Menschen ewig leben können. Google forscht aber genau daran.

© Bojan Senjur / iStock

Das ewige Leben wird es nicht geben. Auch wenn sich Krebs, Diabetes und Herzinfarkte wirksam bekämpfen ließen und diese Krankheiten ausgemerzt werden könnten, würde sich die durchschnittliche Lebenszeit eines 50-Jährigen nur um 16 weitere Jahre verlängern - von 30 auf 46. Das berichtete Professor Georg Fuellen von der Uni Rostock auf dem Hauptstadtkongress bei einer Veranstaltung zum Thema "Gesund altern".

Ziel: Mehr gesunde Jahre

Primäres Ziel von Forschern ist deshalb nicht die unendliche Verlängerung des Lebens, sondern die Zeit der Morbidität im Alter möglichst kurz zu halten. Eine Verlängerung der Gesundheit um zehn bis 20 Jahre liege durch eine individualisierte Prävention im Bereich des Möglichen, so Fuellen.

Was man weiß: Generell sind Sport oder mehr Aktivität sowie Nahrungsrestriktionen geeignet, im Alter länger gesund zu bleiben. Wie bei Medikamenten gilt aber auch hier: "Es gibt keine allgemeingültigen Lösungen für jedermann", so Professor Andreas Simm von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. "Sport zum Beispiel ist nicht für jeden gut. Und Vollkornprodukte sind für Menschen aus dem Mittelmeerraum schlecht", sagte Simm.

Noch fehlen jedoch die Biomarker, die Ärzten sagen können, welche Maßnahmen bei wem funktionieren. "Studien zur Präzisionsprävention müssen deshalb jetzt initiiert werden", so Simm.

Neue Studiendesigns wichtig

"Wir müssen Mut haben, eine klinische Studienkultur auch bei hochbetagten Patientengruppen zu etablieren", forderte Professor Ursula Müller-Werdan vom Evangelischen Geriatriezentrum in Berlin. Evidenz gebe es bisher nur bei jüngeren, nicht multimorbiden Studiengruppen.

Darüber hinaus erinnerte Müller-Werdan daran, dass es freilich auch schon jetzt Maßnahmen mit Evidenz für ein gesünderes Altern gebe. "Wir vernachlässigen einfache Dinge wie die Impfungen für über 60-Jährige gegen Grippe und Pneumokokken", womit sich Schlaganfälle und Herzinfarkte infolge von Inflammation verhindern lassen.

Google forscht bereits nach dem ewigen Leben

Die Forschung setzt mittlerweile auf Kooperationen, um gemeinsam schneller Therapien gegen altersbedingte Einschränkungen zu finden. Das Pharmaunternehmen AbbVie zum Beispiel hat einen Kooperationsvertrag über zehn Jahre mit der US-amerikanischen Firma Calico abgeschlossen, einer vom Internetriesen Google gegründeten Life Sciences Company, die sich laut Medienberichten "der Erforschung des ewigen Lebens" widmet. "Wir investieren in innovative Therapien", berichtete Stefan Simianer, Vice-President International Development bei AbbVie. (juk)

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Kommentare
Wolfgang P. Bayerl

google wird mir ja direkt sympathisch,

denn die entsolidarisierte Gesellschaft hat ja nicht allzuviel übrig für das Altern. Ich würde bei den Mitochondrien ansetzen, da gibt es schon Vorschläge von einem gewissen Aubrey D. N. J. de Grey
Department of Genetics, University of Cambridge, UK

Claus F. Dieterle

Es ist doch so einfach!

Der Glaube an Jesus Christus und die daraus resultierenden Taten führen zum ewigen Leben. Und die Bibel wurde zuverlässig überliefert. Für Christen gilt auch die Verheißung in Psalm 92,15: "Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein..."


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