Direkt zum Inhaltsbereich

Bayern

175 Millionen Euro mehr für Vertragsärzte

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Um rund 3,5 Prozent steigt die Gesamtvergütung der Vertragsärzte und Psychotherapeuten in Bayern in diesem Jahr. Das ist ein Zuwachs um etwa 175 Millionen Euro. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hatte sich mehr erwartet.

Das Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2013 wurde jetzt vom Landesschiedsamt festgesetzt, nachdem sich Krankenkassen und KVB in Verhandlungen nicht einigen konnten.

Ein Grund dafür sei die viel zu niedrige Bemessung der Morbiditätsrate für Bayern durch den Bewertungsausschuss auf Bundesebene gewesen, teilte die KVB mit. Während diese Kenngröße im Bundesdurchschnitt bei 1,2 Prozent liege, habe der Bewertungsausschuss Bayern lediglich 0,1 Prozent zugestanden.

Vor diesem Hintergrund seien die Krankenkassen nicht zu echten Verhandlungen über eine Verbesserung der medizinischen Versorgung ihrer Versicherten bereit gewesen, so die KVB. Das Schiedsamt habe schließlich eine Steigerungsrate von 0,43 Prozent festgelegt.

Weitere Bestandteile der Entscheidung des Schiedsamtes sind wie in den Bundesempfehlungen vorgesehen eine geringfügige Erhöhung des Punktwertes, die Förderung der haus- und fachärztlichen Grundversorgung mit knapp 38 Millionen Euro sowie die Honorierung von genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Zusätzlich gebe es 12,5 Millionen Euro für Zuschläge und extrabudgetäre Vergütungen verschiedener Leistungen wie etwa für die Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose oder für Leistungen in der Schmerztherapie, teilte der KVB-Vorstand in einem Rundschreiben mit. Besondere Zahlungen für den Bereitschaftsdienst, die ebenfalls Bestandteil des Schiedsspruchs sind, reichten jedoch allenfalls aus, die dringendsten Maßnahmen in diesem Bereich anzugehen.

Der Honorarzuwachs liege durchaus im Bundesdurchschnitt, räumte der KVB-Vorstand ein. Bedauerlich sei jedoch, dass das Ergebnis "nicht im Rahmen der Vertragspartnerschaft mit den Krankenkassen verhandelt werden konnte, sondern als Entscheidung durch ein Schiedsamt festgesetzt wurde".

Eine ähnliche Entwicklung sei derzeit bei den Verhandlungen über die Vergütung des Notarztdienstes zu beobachten. "Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Krankenkassen wegen eines strikten Spardiktats ihrer Verantwortung für die gute ambulante Versorgung ihrer Versicherten in Bayern mehr und mehr entziehen", kommentierte der KVB-Vorstand die Entwicklung. (sto)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Digitales Gesundheitswesen

BKK-Studie: Warum Digitalisierung nicht immer nachhaltig ist

Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Gesundheitspolitik

HPV-Impfung verhindert Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö†

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening

Lesetipps
Eine Frau zieht einen Kompressionsstrumpf auf ihr rechtes Bein.

© Itana / Stock.adobe.com

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?

Eine Tonsillektomie wird im OP durchgeführt.

© ShvedKristina / stock.adobe.com

Verschiedene Verfahren

Vergleichsstudie: Weniger Schmerzen nach intrakapsulärer Tonsillektomie