Direkt zum Inhaltsbereich

Vergleich GKV vs. PKV

20 Tage länger warten

Eine Telefonumfrage bei 470 Praxen in Hessen lässt aufhorchen: Im Schnitt warten GKV-Patienten 20 Tage länger als PKV-Versicherte auf einen Facharzttermin.

Von Rebecca Beerheide Veröffentlicht:
Patienten müssen oft Geduld aufbringen, bis sie es in die Wartezimmer der Fachärzte schaffen.

Patienten müssen oft Geduld aufbringen, bis sie es in die Wartezimmer der Fachärzte schaffen.

© Getty Images/Fuse

FRANKFURT. In Hessen warten gesetzlich Versicherte im Schnitt 20 Tage länger auf einen Facharzttermin als privat Versicherte.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bundestagsabgeordneten Nicole Maisch, verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, die der "Ärzte Zeitung " vorliegt.

In der telefonischen Umfrage wurden ingesamt 470 Facharztpraxen in kurzen Abständen angerufen - einmal mit dem Terminwunsch eines GKV-Versicherten, einmal als PKV-Versicherte.

Deutliche Unterschiede zeigen sich in den Regionen. Während in Städten wie Frankfurt und Wiesbaden die fiktiven GKV-Patienten zwölf beziehungsweise elf Tage länger hätten warten müssen, waren es in Hanau 36 Tage und in Darmstadt 33 Tage.

Selbst in ländlichen Regionen wie Marburg, Wetzlar oder Limburg musste 14 Tage länger gewartet werden, in Fulda 21 Tage.

Besonders lange Wartezeiten bei Augenärzten, Neurologen, Dermatologen

Die Untersuchung hat laut der Grünen-Politikerin Maisch ergeben, dass bei 25 Prozent der angerufenen Praxen kaum Unterschiede bei den angebotenen Wartezeiten zu erkennen waren.

Allerdings gibt es auch vereinzelte "Spitzenreiter", die GKV-Versicherten einen Termin ein Jahr nach der Anfrage anboten, ein Privatversicherter hätte nach 44 Tagen zur Sprechstunde kommen können.

Besonders lange warten der Studie zufolge GKV-Versicherte bei Augenärzten, Neurologen und Dermatologen -  53, 49 und 43 Tage. In den gleichen Fachgebieten warten PKV-Versicherte 20 bis 25 Tage.

In der hessischen Berufspolitik werden die Ergebnisse zurückgewiesen oder inhaltlich nicht kommentiert.

"Ärzte vergeben Termine nach medizinischen Gesichtspunkten - und dies unabhängig davon, ob ein Patient privat oder gesetzlich krankenversichert ist", erklärt Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer.

Die Untersuchung zeige viel eher die "terminliche Auslastung niedergelassener Ärztinnen und Ärzte", so der Kammerpräsident in einer Mitteilung.

Spärlicher Kommentar der KV Hessen

Die KV Hessen sieht sich nicht in der Lage, die Ergebnisse inhaltlich zu kommentieren. "Aus unserer Sicht ist es nicht möglich, konkret auf die Ergebnisse der Anfrage einzugehen", heißt es auf Anfrage.

Allerdings: "Bei Augenärzten kann es sein, dass deren finanzielle Situation besonders prekär ist."

Nach Angaben der KV Hessen sind die Versicherten im Land mit den Wartezeiten in der Praxis zu frieden. Dies habe eine KBV-Umfrage im Jahr 2008 ergeben.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Digitale Praxis

KI-Helfer für die Praxis entwickelt Hausarzt Rasche selbst

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose

Digitale Helfer

KI im Alltags-Check: So urteilen zwei Kollegen

Lesetipps
Das Gerät kann als Spachtel, Otoskop, Thermometer oder Stethoskop eingesetzt werden. Auf dem Display wird von DIHVA Undine Tischmeyer angegeben, was untersucht werden soll.

© Julia Frisch

Techniker Krankenkasse unterstützt Projekt

Hausbesuche neu gedacht: Auch Laien können als DIHVA die Praxen entlasten