Prognos-Schätzung

46 Prozent Sozialbeiträge im Jahr 2040?

Das Prognos-Institut hat errechnet, dass in den nächsten knapp 20 Jahren die Sozialversicherungsbeiträge insgesamat auf etwa 46 Prozent steigen könnten. Vor allem ein Bereich sticht hervor.

Veröffentlicht:
Immer teurer: Den stärksten Anstieg der Sozialneiträge bis 2040 wird nach Prognos-Angaben die gesetzliche Rentenversicherung verzeichnen.

Immer teurer: Den stärksten Anstieg der Sozialneiträge bis 2040 wird nach Prognos-Angaben die gesetzliche Rentenversicherung verzeichnen.

© © bluedesign / stock.adobe.com

Berlin. Das Prognos-Institut geht bis zum Jahr 2040 von einem Anstieg der gesamten Sozialversicherungsbeiträge auf 46 Prozent aus. Dies entspräche einer Zunahme von rund sechs Prozentpunkten im Vergleich zu 2021. Treiber der Entwicklung werde der demografische Wandel sein, heißt es in dem „Faktenblatt“, das für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt wurde. Finanziert wird die INSM von Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie.

Der Wert von 46 Prozent gilt als konservative Annahme. Die Sozialstaatskommission der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände geht dagegen in einer Projektion, die im August vergangenen Jahres vorgestellt wurde, von Sozialbeiträgen von fast 50 Prozent für das Jahr 2040 aus.

Anstieg bei Krankenversicherung moderat

Den stärksten Anstieg der Beiträge bis 2040 wird nach Prognos-Angaben die gesetzliche Rentenversicherung verzeichnen (23,5 Prozent, plus 4,9 Prozent). Für die Gesetzliche Krankenversicherung wird eine vergleichsweise geringe Beitragsdynamik unterstellt. Sie könnte demnach um 1,7 Punkte auf 17,4 Prozent zunehmen. Sehr gering wird – angesichts der Beitragssprünge in vergangenen Jahren –  die Zunahme der Sozialbeiträge in der Pflegeversicherung eingeschätzt: Sie könnte nach Prognos-Annahmen bis 2040 um 0,6 Punkte auf 3,7 Prozent steigen.

Entspannung meldet Prognos allein für die Arbeitslosenversicherung. Sie wird nach Annahmen des Instituts um 0,9 Punkte auf 1,5 Prozent sinken. Hintergrund sind die deutlichen demografischen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Denn im Jahr 2040 werden nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung 33 Prozent mehr über 66-Jährige in Deutschland leben und elf Prozent weniger 20- bis 66-Jährige. Entsprechend abnehmen wird das Arbeitskräftepotenzial.

Wie Finanzierungslücke schließen?

Im laufenden Jahr sind die Beiträge sämtlicher Sozialkassen durch einen Beschluss der großen Koalition auf 39,75 Prozent gedeckelt worden. Will der Staat diese Marke von maximal 40 Prozent Sozialbeiträge auch künftig beibehalten, so müsste er nach Berechnungen von Prognos erhebliche Steuermittel aufwenden. Allein im Jahr 2040 würde sich bei konstanten Beitragssätzen eine Finanzierungslücke von 173 Milliarden Euro auftun. (fst)

Mehr zum Thema

Telemedizin

AOK Bayern reklamiert Wiederholungsrezept für sich

TSVG-Umsetzung

Ärztliche Aufgaben wuppen? Blankorezept auf steinigem Weg

Kommentar zum Barmer-Pflegereport

Pflege braucht endlich gute Nachrichten

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Hendrick Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (vorne von rechts), Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Olaf Scholz (SPD), SPD-Kanzlerkandidat und Bundesminister der Finanzen, auf dem Weg zur Pressekonferenz, auf der sie die beschlossenen Maßnahmen vorstellten.

© John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Einheitliche Standards beschlossen

Bund-Länder-Gipfel ebnet regionalen Corona-Lockdowns den Weg

AU-Bescheinigungen können vorerst bis Ende März auch weiter via Telefon-Kontakt ausgestellt werden.

© Stockfotos-MG / stock.adobe.com

Corona-Sonderregeln

GBA verlängert Tele-AU bis Ende März 2022