Direkt zum Inhaltsbereich

AOK-Ausschreibung zu parenteralen Rezepturen gestoppt

Im Streit um eine Ausschreibung für Rezepturen hat die Vergabekammer Berlin-Brandenburg dem Eilantrag einer Berliner Apotheke stattgegeben.

Von Ina Harloff Veröffentlicht:

BERLIN. Das Ausschreibungsverfahren der AOK Berlin-Brandenburg über Einzelverträge mit Apothekern zur Belieferung mit parenteralen Rezepturen ist mit einem Beschluss der Vergabekammer des Landes Brandenburg zunächst aufgehalten. Der Beschluss untersagt der AOK zunächst, in diesem Verfahren eingehende oder bereits eingegangene Angebote zu öffnen. Die Vergabekammer hat damit einem Eilantrag einer Berliner Apotheke in der ersten Instanz eines Nachprüfungsverfahrens stattgegeben. Erst nach einer bestandskräftigen Entscheidung über die einzelnen Rügen der Apotheke zu den Inhalten der Ausschreibung wird das Ausschreibungsverfahren fortgesetzt oder aufgehoben.

Nach Angaben von Rechtsanwältin Dr. Antje Boldt, die gemeinsam mit Professor Thomas Schlegel die Apotheke vertritt, hat die Vergabekammer zwei hauptsächliche Gründe für ihre Entscheidung angegeben: Zum einen habe sie die Frage aufgeworfen, ob eine solche Ausschreibung überhaupt stattfinden darf, da erst im Dezember vergangenen Jahres ein Vertrag zwischen dem Spitzenverband der GKV und dem Deutschen Apothekerverband mit Wirkung zum 1. Januar 2010 geschlossen worden sei, der die Vergütung für parenterale Zubereitungen regelt.

Zum anderen ist laut Vergabekammer nicht erkennbar, warum die Kasse für die Ausschreibung das Berliner Stadtgebiet in dreizehn Gebietslose aufgeteilt und deren exklusive Versorgung ausgeschrieben hat. "Wir vermuten, dass es der AOK Berlin-Brandenburg auch darum geht, Preise abzufragen, um sich dieses Wissen gegebenenfalls später in den Preisverhandlungen der Spitzenverbände zunutze machen zu können", sagt Boldt. AOK-Sprecherin Gabriele Rähse weist diesen Vorwurf zurück. Die Unterstellung, dass vergaberechtsfremde Ziele verfolgt würden, entbehre jeder Grundlage. Die Ausschreibung sei auf einer eindeutigen gesetzlichen Basis erfolgt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

162 Studien ausgewertet

Häufigkeit von zerebralen Aneurysmata nimmt zu

Lesetipps
Körpersprache ist stärker als das gesprochene Wort. Man kann aufgebrachten Patienten daher durchaus auch die Handfläche zeigen, also leicht ausgestreckter Arm, man zeigt die Handfläche und signalisiert dem Patienten „Stopp“, so Praxisberaterin Christiane Fleißner-Mielke.

© Doodeez / Stock.adobe.com

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren

Ärztin untersucht Schilddrüse

© Peakstock - stock.adobe.com

Systematische Ursachensuche

Therapierefraktäre Hypothyreose: Was steckt dahinter?