Berufspolitik

AOK Sachsen-Anhalt offen für Einzelverträge

Ralf Dralle, neuer Vorstandschef der AOK SachsenAnhalt, sieht die Kasse trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen für die Zukunft gut gerüstet.

Von Petra Zieler Veröffentlicht:
Steht bereit für neue Herausforderungen: Ralf Dralle.

Steht bereit für neue Herausforderungen: Ralf Dralle.

© AOK Sachsen-Anhalt

MAGDEBURG. "Kein Zusatzbeitrag bis 2013." Das verspricht Ralf Dralle, neuer Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt. Sein Vorgänger, der 45-Jährige Uwe Deh, ist Anfang Oktober in die Geschäftsführung des AOK-Bundesverbandes gewechselt.

Vom Leiter zum Vorstand

Der 40-Jährige Dralle startete sein Berufsleben als "Finanzer", wurde nach dem Jura-Studium Sozialrichter und arbeitet seit 2001 bei der AOK Sachsen-Anhalt. Innerhalb von zehn Jahren schafft er er den Schritt vom Leiter des Geschäftsbereiches Gesundheit und Medizin zum Vorstand der größten Krankenkasse des Landes.

"Eine interessante Herausforderung", sagt der Anhänger regionaler Konzepte. Sein Motto: "Versichern kann man weltweit, versorgen aber nur vor Ort."

Dank moderner Kommunikationstechnik könnten Versicherungsangelegenheiten für Sachsen-Anhalter auch von New York oder anderswo realisiert werden. Helfend bei Problemen zur Seite stehen, sich direkt um Versicherte kümmern, das gelinge nur dort, wo die Menschen zu Hause sind. Und da sei auch die AOK Sachsen-Anhalt "zu Hause".

"Ich bin ein Freund der Klarheit."

Dralle baut auf guten Ergebnissen auf. Für dieses Jahr erwartet die größte Krankenkasse des Landes erneut einen Überschuss. 30.000 neue Versicherte seit Jahresanfang sprächen für gute Angebote und Service. Hier will der neue Vorstand anknüpfen und sich an steigendem Leistungsangebot, guter Erreichbarkeit, kürzeren Bearbeitungszeiten und immer einem Stück weit besseren Service messen lassen.

"Zwei bis drei neue Modelle pro Jahr, die medizinische oder pflegerische Versorgung auf eine höhere Stufe stellen, möchte ich schon mitgestalten", sagt er. Generell ist Dralle Einzelverträgen gegenüber aufgeschlossen, "weil beteiligte Partner Inhalte wie Qualität, Vergütung oder Wartezeiten so konkreter besprechen können. Ich bin ein Freund der Klarheit."

Dralle nennt Versorgungsgesetz eine "Mogelpackung"

Mit gemischten Gefühlen schaut er dagegen auf politische Rahmenbedingungen: "Derzeit werden vor allem alte und schwerkranke Menschen diskriminiert, weil nur ein Teil der tatsächlich für sie anfallenden Krankheitskosten berücksichtigt werden." Zudem drohten für die kommenden Jahre höhere Ausgaben bei sinkenden Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds.

Und das geplante Versorgungsgesetz verspreche alles andere als eine effektive Hilfe zu sein. Dralle nennt es eine "Mogelpackung". Die Patienten, die ursprünglich im Mittelpunkt des Gesetzes stehen sollten, würden bundesweit mit Mehrausgaben von bis zu zwei Milliarden Euro belastet. Nur ein Bruchteil davon, so seine Kritik, solle in ländliche Regionen mit drohender Unterversorgung fließen.

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