"Ärzte haben mit ihrer Kritik am Honorarsystem Recht"

BERLIN (ble). Der SPD-Gesundheitspolitiker Professor Karl Lauterbach spricht sich für den Ausstieg aus dem KV-System und die Einführung einer einheitlichen Gebührenordnung für GKV- und Privatversicherte aus.

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Fordert eine einheitliche Gebührenordnung für GKV und PKV: Professor Karl Lauterbach (SPD) im Interview mit der "Ärzte Zeitung".

Fordert eine einheitliche Gebührenordnung für GKV und PKV: Professor Karl Lauterbach (SPD) im Interview mit der "Ärzte Zeitung".

© Foto: Bauchspieß

"Ich glaube, dass die Ärzte Recht haben, wenn sie das jetzige Honorarsystem kritisieren", sagte Lauterbach zur Begründung im Interview mit der "Ärzte Zeitung".

So räume selbst KBV-Chef Dr. Andreas Köhler inzwischen ein, dass die Reform zu kompliziert geraten und insgesamt gescheitert sei, erläuterte der 46-jährige Mediziner und Gesundheitsökonom. Dazu komme, dass auch die GOÄ für die privatärztliche Honorierung einer Überarbeitung bedürfe. "Daher liegt es auf der Hand, beide Systeme zusammenzuführen. Ich schlage daher eine ,GOÄ für alle' vor", sagte Lauterbach.

Deren Honorare sollen sich nach dem Willen Lauterbachs über den aktuellen Honoraren für GKV-Versicherte, aber unterhalb des derzeit häufig abgerechneten 2,3-fachen Satzes für Privatversicherte bewegen. Die Preisfindung für die ärztlichen Leistungen soll wie bei der Ermittlung der Klinik-Fallpauschalen auf Basis der Kostensituation erfolgen.

Die aktuelle Honorarreform benachteilige gerade die Ärzte, die sich Zeit für ihre Patienten nähmen, während Ärzte mit einem großen Leistungsvolumen zu den Gewinnern zählten, kritisierte Lauterbach. Außerdem müsse die Arbeit von Hausärzten besser bewertet werden..

Lesen Sie dazu auch das Interview: "In der Summe stünde für die Ärzte mehr Geld bereit"

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