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Kommentar

Ärzte schaden sich selbst

Veröffentlicht:

Von Julia Frisch

Die Berichterstattung über Ärzte, die Patienten angeblich gar nicht mehr oder nur noch gegen Vorkasse behandeln, ist mit Vorsicht zu genießen. Entgegen dem allgemeinen Eindruck dürfte es sich bei den Niedergelassenen wirklich nur um Einzelfälle handeln, die ihre Patienten rechtswidrig vorab zur Kasse bitten.

Dass Ärzte nach Ablauf von zwei Dritteln des Quartals nicht mehr alle Patienten zur Behandlung annehmen, das ist nichts Neues. Budgetferien gab es schon in der Vergangenheit. In der KV Baden-Württemberg, wo Praxen mit Umsatzrückgängen von bis zu 20 Prozent rechnen und wo sich besonders viele Patienten über Ärzte beschwert haben sollen, kalkulieren die Niedergelassenen zurzeit eben sehr genau: Was kann ich an Einnahmen erwarten, was kostet mich im Gegenzug die Praxis?

Dass unter diesem Aspekt Ärzte Türen geschlossen halten, ist verständlich. Ist es aber auch klug? Denn wenn Niedergelassene ihre Leistungen jetzt zurückfahren, verspielen sie die Chance, die Morbidität ihrer Patienten wirklich abzubilden. Längerfristig hat das zur Folge, dass der Finanzbedarf der Ärzte nicht adäquat berücksichtigt wird. Das sollte jeder bedenken, der momentan über Budgetferien nachdenkt.

Lesen Sie dazu auch: Behandlung nur gegen Vorkasse - Krankenkassen registrieren mehr Beschwerden von Patienten

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