Berufspolitik

Ärztetag gegen Solidarität? Ein Unding

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NÜRNBERG (HL). Es hätte eine Blamage werden können: "Der 115. Deutsche Ärztetag unterstützt die solidarische Finanzierung des Gesundheitswesens in Deutschland. Das heißt, Gesunde stehen für Kranke, wohlhabende für ärmere Bürger mit ihren Beiträgen ein", lautete ein Antrag Berliner Delegierter.

Diese hatten auch etliche Anträge pro Bürgerversicherung gestellt, die von der Mehrheit des Ärztetages abgelehnt wurden. Das gleiche Schicksal erlitt dann auch der Solidaritäts-Antrag.

Erst einige Minuten später wurde dem Kammerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Crusius, wohl etwas blümerant ob dieses fixen Votums - und er beantragte eine zweite Lesung.

Man möge doch die Außenwirkung bedenken, denn die Ablehnung des Antrags impliziere eindeutig die Ablehnung einer solidarischen Finanzierung, und das sei unärztlich.

Nach einigem Hin und Her wurde der zweite Satz des Antrags gestrichen, der erste beschlossen. Damit klar ist: Ärzte sind solidarisch.

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