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Zentral-Krebsregister

Ärztetag ist skeptisch

Bayerischer Ärztetag sieht bestehende klinische Krebsregister durch die neue Bundesregelung in Gefahr.

Veröffentlicht:

DEGGENDORF. Die Pläne für ein zentrales Krebsregister in Bayern sind beim Bayerischen Ärztetag in Deggendorf auf massive Kritik gestoßen.

In einem mit großer Mehrheit verabschiedeten Entschließungsantrag lehnten die Delegierten die namentliche Erfassung und personenbezogene lückenlose Verlaufsdokumentation von Krebspatienten durch eine staatliche Stelle ab, die keinen Klinikbezug hat.

Mit der geplanten Novellierung des Bayerischen Krebsregistergesetzes würden nur die Vorgaben des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) des Bundes für klinische Krebsregister umgesetzt, hatte das Bayerische Gesundheitsministerium noch im Sommer auf eine parlamentarische Anfrage mitgeteilt.

"Wir waren in die Pläne nicht einbezogen und sind verstimmt", sagte der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Dr. Max Kaplan. Das Landesgesundheitsministerium habe versichert, dass die dezentralen Krebsregisterstellen unter dem Dach des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) weiter arbeiten können. Der Datenschutzbeauftragte sei einbezogen.

In seinem Entschließungsantrag warnte der Ärztetag, die finanzielle Förderung der bestehenden klini-schen Krebsregister zu beenden und damit die Bedeutung dieser Einrichtungen zu gefährden.

Das gelte vor allem für das Tumorregister München (TRM), dessen Datenbestand inzwischen 35 Jahre zurückreicht. Die Änderung schade dem Ansehen und der Weiterentwicklung der klinischen Onkologie in Bayern, so der Ärztetag.

Das Tumorregister München erfülle zwar nicht alle Anforderungen des KFRG, so die Delegierten. Es gebe im TRM aber bereits modellhafte Umsetzungen, die ohne Weiteres erweitert werden könnten. Zusätzliche Datensätze seien nicht notwendig und sogar kontraproduktiv.

Kritisch sieht der Ärztetag auch die geplante Einrichtung einer Landesauswertungsstelle mit 16 neuen Stellen, die beim LGL angesiedelt sein soll. Zur Auswertung der in den Krebsregistern erfassten Daten gehörten "hohes Fachwissen und klinische Kreativität". Ein enger klinischer Bezug durch hoch qualifiziertes Personal sei daher unverzichtbar. (sto)

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