ANP

Akademische Fachkräfte für die Pflege

Advanced Nurse Practicioners sind auf die Pflege von Patienten mit komplexen Erkrankungen spezialisiert. In anderen EU-Staaten sind sie bereits etabliert.

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HAMBURG. Studierte Pflegekräfte sind meistens in Management oder Lehre tätig - fern vom Bett des Patienten. Anders dagegen bei der akademischen Ausbildung in Advanced Nursing Practice (ANP): Fachliche Spezialisierungen und eine evidenzbasierte Pflege kommen direkt den Patienten zugute.

"Insbesondere für Patienten mit chronischen oder komplexen Erkrankungen übernehmen die Advanced Nurse Practicioners die Steuerung des Versorgungsprozesses und helfen den Patienten dabei, die Krankheit in den Alltag zu integrieren", berichtet Uta Gaidys, Professorin für Pflegewissenschaft an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), einer der Kooperationspartner des 11. Gesundheitspflege-Kongresses.

Die Zukunft der studierten Pflegekraft wird einer der Schwerpunkte des Kongresses sein, der am Freitag in Hamburg beginnt.

Der Studiengang an der HAW ist einer der wenigen zu Advanced Nursing Practice in Deutschland. In den angelsächsischen Ländern, Skandinavien, den Niederlanden und der Schweiz dagegen ist ANP bereits etabliert.

Eine OECD-Studie, die Erfahrungen aus zwölf Staaten evaluiert hat, zeigte, dass der Einsatz von diesen Pflegeexpertinnen den Zugang zu den Leistungen des Gesundheitsdienstes verbessert und Wartezeiten verringert.

Die Qualität im Vergleich zu ärztlich erbrachten Leistungen blieb gleich oder verbesserte sich sogar, wie das Beispiel Weaning, also die Entwöhnung eines beatmeten Patienten vom Beatmungsgerät, nahelegt: "Studien belegen, dass sich die Zeit der Beatmung verkürzt, die Pneumonierate sinkt und sich die Liegedauer verkürzt, wenn das Weaning in pflegerischer Verantwortung liegt", sagt Gaidys.

Die Pflegewissenschaftlerin forscht zurzeit über die rehabilitative Versorgung von Menschen mit Amputationen.

Dabei wird offenbar, so Gaidys, dass beinamputierte Menschen mit Diabetes oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit über lange Zeiträume nicht gut genug versorgt sind und ihre Entscheidungen im Lebensalltag zu wenig an die empfohlene medizinische Therapie angebunden sind. "Diese Lücke können die in ANP ausgebildeten Pflegefachkräfte schließen."

Auf dem Kongress steht noch mehr Pflegewissenschaft auf dem Programm: In einer Science Slam stellen junge Pflegewissenschaftler ihre Projekte möglichst unterhaltsam vor, die beste Präsentation wird vom Publikum ausgewählt.

Neben der HAW sind die Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf und Schleswig-Holstein, die Asklepios Kliniken Hamburg, das Albertinen-Diakoniewerk und der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe weitere Kooperationspartner des 11. Gesundheitspflege-Kongresses. Er wird von Springer Medizin und dem Pflegemagazin Heilberufe ausgerichtet.

Weitere Informationen: Andrea Tauchert, Tel. 030/82787-5510, andrea.tauchert@springer.com, www.heilberufe-kongresse.de

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