Apotheken schreien nach mehr Geld

Für ihren Beitrag zur Gesundheitsversorgung wollen die Apotheken höhere Honorare sehen. Sie fordern einen Zuschlag auf das Fixum pro Medikamenten-Packung, wie der ABDA-Präsident bekannt gab.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Von Verschwinden kann keine Rede sein: In Deutschland gibt es noch 21238 Apotheken.

Von Verschwinden kann keine Rede sein: In Deutschland gibt es noch 21238 Apotheken.

© P Lanik/panthermedia

BERLIN. Die Apotheker fordern eine bessere Honorierung ihrer Leistung.

Ein Zuschlag von 1,04 Euro auf das derzeitige Fixum von 8,10 Euro pro Packung sei angemessen, sagte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (ABDA) Heinz-Günter Wolf am Dienstag in Berlin. Hochgerechnet seien dies 624 Millionen Euro im Jahr mehr als heute, so Wolf.

Wolf warnte vor einer Ausdünnung der Apothekenlandschaft. "Jede Woche schließen in Deutschland acht Apotheken, aber nur vier machen neu auf", sagte Wolf.

Aktuell gibt es in Deutschland nach ABDA-Angaben 21.238 Apotheken, davon 3661 Filialapotheken. Die verursachten lediglich 2,3 Prozent der Gesamtkosten in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Der ABDA-Präsident betonte, Apotheker und Kassenärztliche Bundesvereinigung seien bei der Suche nach der "richtigen Modellregion" zur Erprobung neuer Versorgungsformen für multimorbide Patienten mit hohem Arzneimittelbedarf "exakt im Zeitplan".

Ein solches Modell hat der Gesetzgeber mit dem Versorgungsstrukturgesetz gefordert.

Nachtdienstpauschale gefordert

Eine Nachtdienstpauschale von 250 Euro an Werktagen plus Wochenendzuschlägen forderte Fritz Becker, der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV).

Eine solche Pauschale sei aus versorgungspolitischen Gründen notwendig. Apotheker ließen sich bei der heutigen fallbezogenen Nachtdienstvergütung lieber in der Stadt als auf dem Land nieder, wo deutlich häufiger Sonderschichten gefahren werden müssten.

Becker verwies darauf, dass die Honorierung der Apotheker nicht mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Schritt halte. Während die Einnahmen der GKV zwischen 2001 und 2011 um 35 Prozent gestiegen seien, weise das Apothekerhonorar lediglich ein Plus von 2,4 Prozent aus, sagte Becker.

Gleichzeitig habe der Gesetzgeber den Apothekern mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) Zwangsabschläge in Milliardenhöhe aufgebürdet. Im vergangenen Jahr habe der Abschlag 1,23 Milliarden Euro ausgemacht. "Damit haben die Apotheker die im AMNOG verabredeten Sparziele übererfüllt", sagte Becker.

Eine weitere Forderung der Apotheker bezieht sich auf die Entbürokratisierung der Abgabe von Betäubungsmitteln. Das Wachstum der Palliativmedizin verursache bei den Apothekern mehr Aufwand, der nicht angemessen vergütet werde.

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