Eröffnung Deutscher Apothekertag

Apotheker blicken pessimistisch in die Zukunft

Apotheker in Deutschland schätzen die Zukunft ihrer Branche und auch die ihres eigenen Betriebs deutlich pessimistischer ein als noch vor einem Jahr. Dieses Umfrageergebnis wurde im Vorfeld der Eröffnung des Deutschen Apothekertags präsentiert.

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40 Prozent der Apothekeninhaber erwarten, dass sich ihr Apothekengeschäft in naher Zukunft schlechter entwickeln wird.

40 Prozent der Apothekeninhaber erwarten, dass sich ihr Apothekengeschäft in naher Zukunft schlechter entwickeln wird.

© bluedesign / stock.adobe.com

DÜSSELDORF. Vier von zehn Apothekern (40,9 Prozent) erwarten eine etwas oder deutlich schlechtere Entwicklung für ihre Apotheke in den kommenden zwei bis drei Jahren (Vorjahr: 28,0 Prozent). Für die gesamte Branche "Apotheken" rechnen sogar fast zwei Drittel (64,4 Prozent) der Apothekeninhaber mit einer Verschlechterung in der nahen Zukunft (Vorjahr: 50,8 Prozent). Dies sind die aktuellen Ergebnisse aus dem Apothekenklima-Index 2017, einer repräsentativen Meinungsumfrage von TNS infratest im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Der Apothekenklima-Index, für den nach 2016 zum zweiten Mal 500 Apothekeninhaber im ganzen Bundesgebiet befragt wurden, wurde am Dienstag zum Auftakt des Deutschen Apothekertages in Düsseldorf vorgestellt. Wesentlicher Grund für die Stimmungseintrübung ist nach Angaben der ABDA das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Oktober 2016.

Danach gilt die deutsche Arzneimittelpreisverordnung mit ihrer Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel für ausländische Versandhändler nicht. Sie können damit sowohl für verschreibungsfreie wie auch verschreibungspflichtige Arzneimittel Rabatte gewähren. Mehr als die Hälfte der Apothekeninhaber (56,3 Prozent) haben in der Umfrage angegeben, dass sie nach dem EuGH-Urteil ihre Investitionen bremsen wollen. Ein Drittel (33,9 Prozent) will sogar am Personal sparen.

In kleineren Orten mit weniger als 5000 Einwohnern wird der Umfrage zufolge auch die Ausbildung unter dem EuGH-Urteil leiden (32,7 Prozent). Vier von fünf Apothekern (80,3 Prozent) fordern von der neuen Bundesregierung als erste Maßnahme nach der Wahl, ein Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Medikamenten zu beschließen.

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl gaben die befragten Apotheker zudem Planungssicherheit bzw. stabile ordnungspolitische Rahmenbedingungen als wichtigstes politisches Thema der kommenden zwei bis drei Jahre an (83,7 Prozent). (run)

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