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Arbeitsmediziner: Kostendruck macht Beschäftigte krank

BREMEN (cben). Unsichere Arbeitsplätze und Schichtdienst machen krank. Immer mehr Arbeitnehmer leiden wegen ihrer Arbeitsumstände an Depressionen, sagte die Bremer Arbeitsmedizinerin Dr. Bettina Stein anlässlich des Norddeutschen Forums für Arbeitsmedizin in Bremen.

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Die Arbeitsbedingungen in der Wettbewerbsgesellschaft mit Arbeitsverdichtung durch Personalabbau, überlange Arbeitstage, ständige Umstrukturierungen, Konkurrenzkampf, unregelmäßige Arbeitszeiten mit ständiger Verfügbarkeit, Schicht- und Nachtarbeit führten bei vielen Arbeitnehmern zu einer chronischen Überforderung und zu psychosomatischen Erkrankungen, hieß es.

Weil viele Firmen - auch Krankenhäuser - oft nicht mehr selber über die Situation der Arbeitnehmer entscheiden können, sondern übergeordnete Konzerne, wird den Angestellten immer mehr Verlässliches entzogen, so Stein.

Besonders in den Kliniken können Ärzte und Pflegende wegen des Kostendrucks oft ihren eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden. "Die Harten halten das aus, die Sensiblen werden krank", sagte die Ärztin.

Goldstandard: Mitbestimmung und Information

"Was Mitarbeiter etwa in Umstrukturierungsprozessen brauchen, sind unter anderem Gesprächszirkel, Mitbestimmung und auf jeden Fall Information und schließlich den Hinweis auf den Betriebsarzt", sagte Stein.

Damit Arbeitnehmer nicht zunehmend an psychischen und psychosomatischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Angststörungen, Burn-out oder Depressionen erkranken, können Betriebsärzte in den Betrieben "die Gestaltung von gesunden Arbeitsbedingungen initiieren und unterstützen."

"Dazu gehört nach bisherigen Erkenntnissen ganz wesentlich ein wertschätzender Führungsstil, soziale Unterstützung, Stressabbau, erweiterte Handlungsspielräume und verlässliche Arbeitszeiten", hieß es. Zum Norddeutschen Forum für Arbeitsmedizin trafen sich in Bremen rund 70 Arbeitsmediziner.

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