Arzneimittelpolitik

Arzneien: Mehr Menge, weniger Ausgaben

Auf 877 Millionen Euro addieren sich die allein im ersten Quartal dieses Jahres realisierten Rabatte, die Kassen von Herstellern und Apothekern von Gesetzes wegen erhalten. Ein Plus von 70 Prozent im Vergleich zu 2010.

Veröffentlicht: 08.05.2011, 14:56 Uhr

FRANKFURT/MAIN (fst). Die Ausgaben für Arzneimittel und Impfstoffe zu Lasten der GKV haben im März um 7,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats gelegen.

Ärzte verordneten in diesem Monat auf Kassen-Rezept für insgesamt 2,58 Milliarden Euro, teilt das Beratungsunternehmen IMS Health mit. Die Impfausgaben beliefen sich im März auf 65 Millionen Euro. Eingerechnet in diese Zahlen sind die Zwangsrabatte, die Hersteller und Apotheken zu Gunsten der Kassen leisten müssen.

Im ersten Quartal ergeben sich damit Gesamtausgaben von 7,3 Milliarden Euro, 3,6 Prozent weniger als das Vorjahresquartal. Im März ist nach Packungen gerechnet der Absatz um 2,5 Prozent auf 60,3 Millionen zurückgegangen. Aufs Quartal gesehen nahm er mit etwa 172 Millionen abgegebenen Packungen um zwei Prozent zu.

Motor der Entwicklung ist nicht nur der seit August 2010 geltende Zwangsrabatt von 16 Prozent für Hersteller. Hinzu kommt das bis 2013 geltende Preismoratorium sowie der seit Jahresbeginn beim Großhandel erhobene Abschlag von 0,85 Prozent auf den Abgabepreis des Herstellers. Das reduziert den Einkaufs- und schließlich auch den Verkaufspreis der Apotheken (AVP).

Auch in absoluten Zahlen zeigt sich die stark gestiegene Bedeutung der Zwangsrabatte im ersten Quartal. Die Hersteller-Rabatte belaufen sich addiert auf 564 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 254 Millionen Euro). Auch der Apothekenrabatt ist seit Jahresbeginn auf insgesamt 313 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 264 Millionen Euro) gestiegen, sodass sich in der Summe ein Rabattvolumen von 877 Millionen Euro ergibt.

Im ersten Quartal realisierten Generika und patentgeschützte Präparate ein Absatzplus von jeweils vier Prozent. Doch der Umsatz blieb bei patentgeschützten Medikamenten praktisch konstant (plus 0,4 Prozent) und nahm bei Generika um zwei Prozent ab.

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