Kommentar zu Berliner Pflegekammer

Augenhöhe ist das Ziel

Julia FrischVon Julia Frisch Veröffentlicht:

Keine überwältigende, aber eine deutliche Mehrheit der examinierten und sozialversicherungspflichtigen Pflegekräfte in Berlin ist für eine Pflegekammer.

Ob aus diesem Wunsch bald auch Realität wird, liegt nun allein in der Hand des Abgeordnetenhauses. Ein Ja ist dort alles andere als sicher.

Sicher haben die Kritiker Recht, die sagen, dass mit der Gründung einer Kammer sich nicht sofort die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung für die Pflegekräfte verbessern. Das ist natürlich Sache der Politik und der Tarifpartner.

Doch die Erwartungen von Kammerbefürwortern, dass eine starke Selbstverwaltung der Pflege ein größeres Gewicht im gesundheitspolitischen System und Honorargerangel geben kann, sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.

In der Hauptstadt sind deswegen vor allem diejenigen für eine Kammer, die - oft schon desillusioniert - gerade erst am Berufsanfang stehen und in Zukunft die Pflege tragen sollen.

Sie sind bereit, von ihrem kleinen Gehalt einen Beitrag zu zahlen und vielleicht mehr Bürokratie hinzunehmen, wenn sie im Gegenzug eine schlagkräftige Vertretung bekommen.

Eine junge Frau drückte bei der Infoveranstaltung aus, was viele denken: "Auf Augenhöhe mit den Ärzten werden wir nicht sofort sein, aber auf dem Weg dorthin."

Lesen Sie dazu auch: Berliner Pflegekräfte: Klares Ja zur Pflegekammer

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Kommentare
Jörg Dähn 16.04.201509:41 Uhr

Ich muss meinen leider fehlerhaften Kommentar ergänzen.

Sollten . . . Wie die Bundesärztekammer, . . .

So wars gemeint. Weiterhin ist Augenhöhe gegenüber der Politik und den ArbeitgeberInnen nötig. Mit den Ärzten auf Augenhöhe kommt man durch ein Studium, aber dann ist wieder das Problem mit den vielen Häuptlingen und den wenigen Indianern da. Und wir brauchen gut bezahlte Indianer, Häuptlinge haben wir schon genug.

Jörg Dähn 16.04.201509:30 Uhr

Sollten die Pfelgekammern

genau die gleiche Aufmerksamkeit und Wirkmächtigkeit gegenüber Politik und Gesellschaft erlangen, so gibt es sicher keine besseren Weg, ein wenig Geld zu verschwenden (Achtung, dieser Satz enthält Spuren von bitterer Ironie und Sarkasmus).

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