BÄK-Chef plädiert für Tarifpluralität in Krankenhäusern

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DÜSSELDORF (iss). Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo) und der Bundesärztekammer Professor Jörg-Dietrich Hoppe hat dem Marburger Bund (MB) als eigenständiger Tarifvertragspartei den Rücken gestärkt.

Auf der ÄKNo-Kammerversammlung wies Hoppe Bestrebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) zurück, die tarifpolitische Autonomie des MB zu brechen.

Indem sie nur noch die Tarifverträge als verbindlich ansehen wollen, an welche die Mehrheit der Mitglieder eines Betriebs gebunden ist, wollten DGB und BDA die Krankenhausärzte unter die Knute der Gewerkschaft Verdi zwingen, kritisierte Hoppe.

"Verdi hätte sehr gute Chancen, die arztspezifischen Tarifverträge des Marburger Bundes auszuhebeln, obwohl diese doch gut funktionieren und dringend weiterentwickelt werden müssen."

Ein Großteil der Rechtswissenschaftler halte den Eingriff in die Koalitionsfreiheit für verfassungswidrig. "Ich habe zudem die Sorge, dass sich bei einer nicht auf Ärzte zugeschnittenen Tarifpolitik der Ärztemangel an den Kliniken innerhalb weniger Jahre drastisch verschärfen wird", betonte Hoppe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag auf dem Arbeitgebertag angekündigt, dass die Regierung in den nächsten zwei Monaten eine Antwort auf die Initiative des DGB und der Arbeitgeber geben werde. Verfassungsrechtliche Bedenken dürften aber nicht einfach vom Tisch gewischt werden, so Merkel.

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