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BÄK: Mehr Köpfe in der Medizin - trotzdem herrscht Ärztemangel

Es klingt wie ein Widerspruch: Trotz steigender Ärztezahlen gibt es einen akuten Mangel an Medizinern in Deutschland. Die Bundesärztekammer (BÄK) hat dafür eine Erklärung parat.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

BERLIN. Ursächlich für das Paradoxon "Ärztemangel bei steigenden Arztzahlen" seien vier aktuelle Entwicklungen, erklärte der Vize-Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. Frank Ulrich Montgomery, am Dienstag in Berlin.

Erstens bedinge der medizinische Fortschritt mehr Leistungen für Patienten. Dafür brauche man aber eben auch mehr Personal. Hinzu gesellten sich die Auswirkungen des demografischen Wandels. Mehr alte Menschen führten automatisch zu einer höheren Nachfrage nach Ärzten. Außerdem habe sich das Verhältnis von Ärztinnen und Ärzten zueinander in den vergangenen Jahren stark verändert. "Die Medizin wird weiblich."

Dieser Trend werde sich noch verstärken. Bereits heute seien 63,4 Prozent der Medizinstudenten weiblich. Damit aber verändere sich nicht nur der Stil der Medizin, sondern auch das angebotene Arbeitsvolumen, das wegen des höheren Frauenanteils zunehmend sinke. Als vierten und letzten Grund für den zunehmenden Mangel an Ärzten führte Montgomery den Trend zur Arbeitszeitverkürzung ins Feld. Dieser führe in der Medizin dazu, "dass sich das gleiche Arbeitszeitvolumen auf mehr Köpfe als bisher verteilen muss".

Das Problem Ärztemangel dürfe nicht länger bagatellisiert werden, forderte der BÄK-Vize. Ärztliche Arbeit in Klinik und Praxis müsse wieder attraktiv werden. Dazu gehörten mehr Stellen in den Kliniken und eine bessere Vergütung der Ärzte.

Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz widersprach der Darstellung der BÄK. "Wir haben in Deutschland insgesamt nicht zu wenige Ärzte, sie sind aber unter Versorgungsgesichtspunkten teilweise schlecht verteilt." Die Institutionen der Ärzteschaft sollten jetzt handeln statt nur zu klagen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Den Ärztemangel clever beheben

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