Direkt zum Inhaltsbereich

Abtreibung

BÄK will Suche nach Ärzten erleichtern

Die Bundesärztekammer will eine Liste mit Ärzten erstellen, die Abtreibungen vornehmen. Frauen könnten sich neutral informieren und die darauf verzeichneten Ärzte wären nicht vom Werbeverbot nach Paragraf 219a betroffen, erläutert BÄK-Chef Montgomery.

Veröffentlicht:
BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery fordert beim Thema Schwangerschaftsabbrüche, dass Ärzte Rechtssicherheit brauchen.

BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery fordert beim Thema Schwangerschaftsabbrüche, dass Ärzte Rechtssicherheit brauchen.

© picture alliance / Gregor Fischer / dpa

BERLIN. Die Bundesärztekammer (BÄK) will eine Liste mit Ärzten erstellen, die Abtreibungen vornehmen.

Eine solche Liste könnte als neutrale Information zum Beispiel bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung veröffentlicht werden, schlug BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery vor.

Sie hätte nach seinen Angaben den Vorteil, dass Frauen sich neutral informieren könnten und die darauf verzeichneten Ärzte nicht vom Werbeverbot nach Paragraf 219a betroffen wären.

"Darüber müssen wir noch einmal nachdenken, gemeinsam mit Gesundheitsminister Spahn", sagte der BÄK-Präsident.

Ärzte brauchen Rechtssicherheit

Das Werbeverbot nach Paragraf 219a wird auch den Ärztetag beschäftigen. "Mit Sicherheit haben sich unsere Wahrnehmung und Möglichkeiten von Information und Werbung seit dem Jahr 1992 erheblich geändert", sagte Montgomery. Er forderte, dass Ärzte Rechtssicherheit bräuchten.

Ob dazu eine Änderung des Paragrafen 219a nötig sei, stellte Montgomery als BÄK-Präsident in Frage. Das müssten Juristen entscheiden.

"Der Vorstand der Bundesärztekammer hat gesagt, Ärzte müssen sich schon heute an die Regeln der Berufsordnung halten, was Information und Werbung angeht", sagte er.

Resolution in Hamburg

Nach seiner persönlichen Meinung zum Paragrafen 219a gefragt, sagte Montgomery: "Ich glaube, dass man das heute anders formulieren würde."

Als Präsident der Hamburger Ärztekammer hatte er in einer Resolution noch am 11. April eine ersatzlose Streichung des Paragrafen 219a Abs. 1 gefordert.

"Die sachliche Information darüber, welche Ärztin und welcher Arzt den Frauen in ihrer Notlage helfen kann, muss erlaubt sein und darf nicht mit Gefängnis oder Geldstrafe bedroht werden", so Montgomery in einer Erklärung der Kammer. Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet. (ami)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Oberlandesgericht Köln

Jüngerer Patient – höheres Schmerzensgeld

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Lesetipps
Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Eine Frau leidet unter Schwindel, hält sich mit der einen Hand an der Tür fest und ihre andere Hand liegt auf der Stirn.

© Tunatura/stock.adobe.com

Neurologin gibt Tipps

So gehen Sie bei Schwindel richtig vor