Barmer senkt durch Bonusprogramm ihre Ausgaben

KÖLN (iss). Für die Barmer stellt sich das Bonusprogramm für Versicherte als eine gute Investition heraus. Deutschlands größte Krankenkasse spart für jeden Euro, den sie für das Programm ausgibt, rund 2,30 Euro ein, da die Teilnehmer geringere Leistungsausgaben haben.

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"Das zeigt, dass sich Investitionen in die Gesundheitsvorsorge für uns alle lohnen: Patienten tun eigenverantwortlich etwas für ihre Gesundheit, bleiben oder werden schneller gesund", sagt der Vorstandsvorsitzende der Barmer Dr. Johannes Vöcking. Seit 2003 haben sich rund 800 000 Versicherte der Barmer an dem Bonusprogramm beteiligt.

Das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Uni Köln hat die Auswirkungen des Angebots evaluiert. Dafür haben die Wissenschaftler die Leistungsausgaben für 70 400 Teilnehmer mit denen aus einer gleich großen Kontrollgruppe verglichen.

"Die Zusammensetzung der beiden Gruppen war nach Alter, Geschlecht, Wohnort und Versichertenstatus vergleichbar", sagt Dr. Markus Lüngen, der kommissarische Leiter des Instituts. Ausreißer durch Versicherte, die schwer krank sind und außergewöhnliche Kosten verursachen, wurden herausgerechnet. Verglichen wurden die Kosten von Krankenhausaufenthalten, Arzneimitteln und Heilmitteln.

"Wir haben die Ausgaben des Jahres 2003 verglichen mit denen aus 2006 und die Differenz gebildet", sagt Lüngen. Dabei stellte sich heraus, dass die Ausgaben in beiden Gruppen stiegen, der Zuwachs bei den Absolventen des Bonusprogrammes aber im Schnitt um 100,74 Euro niedriger ausfiel - unter Berücksichtigung der Kosten, die bei der Kasse für das Programm anfielen.

Die Kölner Evaluation bestätigt eine Untersuchung des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen, der bei den Teilnehmern an Bonusprogrammen ebenfalls eine deutliche Kostenersparnis festgestellt hatte. "Es ist klar, dass die Kassen mit diesen Programmen Geld sparen können", sagt Lüngen. Ungeklärt sei aber nach wie vor, ob man auf diesem Weg alle Versicherten erreichen und zu gesundheitsbewusstem Verhalten motivieren kann.

Niemand wisse, inwieweit diese Angebote vor allem Menschen mit einem bestimmten Lebensstil ansprechen oder Versicherte, die sich ohnehin gesundheitsbewusst verhalten. "Die interessante Frage bleibt, ob die Ergebnisse auf alle Bevölkerungsschichten übertragbar sind", betont der Wissenschaftler. Einzelheiten der Untersuchung will die Barmer nicht öffentlich machen. Es handele sich um eine interne Auswertung für das Bundesversicherungsamt, hieß es.

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