Kommentar

Benachteiligte Forscher

Von Christiane Badenberg Veröffentlicht: 10.11.2008, 05:00 Uhr

"Wir haben nicht mit vernünftigen Menschen verhandelt, sondern mit Finanzministern, denen die Unikliniken total schnuppe waren." Der Satz stammt vom langjährigen Vorsitzenden des Marburger Bundes Dr. Frank Ulrich Montgomery.

Die Länder-Finanzminister lehnten es 2006 ab, dass der erstmals vereinbarte arztspezifische Tarifvertrag auch für forschende Ärzte gelten sollte. Und denen fehlen die Druckmittel. "Keiner schert sich darum, wenn kurzfristig an Ratten nicht experimentiert wird", brachte es MB-Chef Rudolf Henke auf den Punkt. Streikende Ärzte dagegen finden ein großes Medienecho und bringen Kliniken in die roten Zahlen.

Aber nicht nur die finanzielle Benachteiligung ärgert die Forscher. Auch dass sie sich zwischen Forschung, Versorgung und Drittmitteleinwerbung aufreiben, ist für viele ein unhaltbarer Zustand.

Die Herausforderungen an die medizinische Forschung werden wegen der immer längeren Lebenserwartung und der erhöhten Mobilität der Menschen und der damit verbundenen schnelleren Ausbreitung von Krankheiten gigantisch sein. Wenn wir weiter mit Menschen, die uns helfen könnten diese Herausforderungen zu meistern, so gleichgültig umgehen, werden wir die Probleme nicht lösen. Das steht schon jetzt fest.

Lesen Sie dazu auch: MB will Geld aus dem Konjunkturprogramm "Wer in die Forschung geht, wird bestraft"

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