Berliner Senat will Aids-Prävention neu strukturieren

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BERLIN (wul). Der Berliner Senat will die Versorgung von HIV/Aids-Patienten verbessern. Auch soll die Aufklärung und Prävention verbessert werden. Das sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) bei der Vorstellung des Entwicklungsprogramms zur Aidsprävention für die nächsten fünf Jahre in Berlin vergangene Woche.

"Auch wenn sich die Lebenserwartung und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert haben, bleiben HIV und Aids eine Herausforderung", sagte Lompscher.

Das Konzept zielt vor allem auf eine bessere Zusammenarbeit der Aids-Hilfe-Projekte und der beteiligten Senatsverwaltungen bei der Prävention ab. Die medizinische Versorgung der HIV-/Aids-Patienten in der Hauptstadt spielt darin nur eine untergeordnete Rolle.

Dennoch befürwortete der Berliner Senat eine zusätzliche Vergütung auch für Fachärzte, die HIV-/Aids-Patienten behandeln. Eine zusätzliche Vergütung für eine solche Behandlung sei allein deshalb gerechtfertigt, weil diese mehr Fortbildungen benötigen und die Beratung der Patienten mit einer unheilbaren Krankheit zeitaufwendiger sei, heißt es im Rahmenkonzept.

Denn eine Vereinbarung, die seit dem 1. Juli 2009 bundesweit gilt, sieht nur für Hausärzte und Internisten eine Honorierung des Mehraufwandes vor. Fachärzte, die in der Vergangenheit auch eine zusätzliche Vergütung für die Behandlung von HIV-Patienten erhalten haben, gehen leer aus.

Die KV Berlin und der Arbeitskreis Aids niedergelassener Ärzte Berlin warnten bereits vergangenes Jahr davor, dass die Regelung die ambulante Versorgung von Menschen mit HIV und Aids in Berlin gefährde. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist im Jahr 2009 in Berlin wieder gestiegen.

In Berlin lebten laut Robert-Koch-Insitut Ende 2010 rund 11 000 Menschen mit HIV/Aids. Das RKI geht davon aus, dass es bis zu 500 HIV-Neu-Infektionen gab.

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