Direkt zum Inhaltsbereich

Entscheidung offen

Betäubungsmittel für Suizid? Gericht entscheidet im November

In der mündlichen Verhandlung lassen die Bundesverwaltungsrichter keine Tendenz erkennen, wie das Urteil ausfallen könnte.

Veröffentlicht:

Leipzig. Das Bundesverwaltungsgericht hat am Donnerstag über Klagen von Sterbewilligen auf einen Zugang zu einer tödlichen Dosis Betäubungsmittel verhandelt.

Zwei schwerkranke Männer aus Rheinland-Pfalz und Niedersachsen haben beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragt, 15 Gramm Natrium-Pentobarbital erwerben zu dürfen. Damit wollen sie sich zu Hause im Kreise ihrer Familie und ohne Anwesenheit eines Arztes selbst töten.

Das Bundesinstitut lehnte den Wunsch ab, weil das Betäubungsmittelgesetz eine solche Erlaubnis nicht zulasse. Die Patienten klagten. Nun muss das oberste deutsche Verwaltungsgericht in Leipzig entscheiden (Az.: BVerwG 3 C 8.22 und BVerwG 3 C 9.22).

In der mündlichen Verhandlung wurde ausführlich die Frage diskutiert, ob die verwehrte Erlaubnis in das Recht der Patienten auf einen selbstbestimmten Tod eingreife. Eine Tendenz ließen die Bundesrichter nicht erkennen.

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) hatte in der Vorinstanz die Grundrechte der Kläger nicht verletzt gesehen. Den Sterbewilligen stünden zumutbare Alternativen zur Selbsttötung zur Verfügung - etwa über Ärzte und Organisationen, die zur Suizidhilfe bereit sind. Gegen das OVG-Urteil haben die Männer Revision eingelegt. Das Bundesverwaltungsgericht will seine Entscheidung am 7. November verkünden. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Dreidimensionale medizinische Illustration des Varicella-Zoster-Virus, einem Virus das Windpocken, Hautblasen, Nesselsucht, Wunden und Gürtelrose verursacht.

© Corona Borealis / stock.adobe.com

Atypische Symptome

Kasuistik: Periphere Fazialisparese mit erstaunlicher Ursache

MRT-Bild eines Schädels, das im linken Auge eine Netzhautablösung zeigt.

© James Cavallini / Science Photo Library

Aufklärung zu Risikogruppen essenziell

Netzhautablösung: Warnzeichen rechtzeitig erkennen