Berufspolitik

Blutspende soll schneller zum Empfänger

HEIDE (di). Mit einem Modellprojekt wird im Norden getestet, ob die Versorgung mit Blutpräparaten über Depots in den Kliniken beschleunigt werden kann. Zugleich erhofft sich der Blutspendedienst Nord Kostenreduzierungen.

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Kurzfristige Anlieferungen wie hier durch Dr. Sabine Kraas sind auch weiterhin nötig. Regelhafte Transporte aber könnten durch DRK-eigene Blutdepots in Kliniken verringert werden.

Kurzfristige Anlieferungen wie hier durch Dr. Sabine Kraas sind auch weiterhin nötig. Regelhafte Transporte aber könnten durch DRK-eigene Blutdepots in Kliniken verringert werden.

© Foto: di

"Von dem Depot in der Klinik erhoffen wir uns einen wirtschaftlicheren Umgang mit dem Blut und geringere Transportkosten", sagt Dr. Sabine Kraas. Die ärztliche Leiterin beim DRK Blutspendedienst Nord hat am Westküstenklinikum Heide und am Klinikum Groß-Sand in Hamburg jeweils einen Kühlschrank des DRK-Dienstes mit 150 Blutkonserven aufgestellt.

Zugang haben nur geschulte Mitarbeiter der Klinik. Erst mit Entnahme aus dem Depot kaufen die Kliniken die Blutkonserve ein. Davon erhoffen sich alle Beteiligten Vorteile:

  • Kliniken haben im Depot jederzeit Zugriff auf jede Blutgruppe. In ihren eigenen Depots legen sie aus wirtschaftlichen Gründen meist nur die gängigen Blutgruppen an. So werden Patienten oft mit den verträglichen, aber nicht eigenen Blutgruppen versorgt. Über Depots werden auch die selteneren Blutgruppen besser verbraucht und zugleich eine zielgenauerer Einsatz erreicht.
  • Der Blutspendedienst kann die Fahrten aus seinen beiden Zentraldepots in Schleswig und Lütjensee verringern. Im Modellprojekt in Heide bedeutet das: Statt der bislang üblichen fünf gibt es jetzt nur noch drei regelhafte Fahrten mit Blutlieferungen von jeweils einer Stunde.

Neben den Regelfahrten, mit denen 60 Prozent des Blutbedarfs abgedeckt werden, liefert der Dienst auch kurzfristig auf Anforderung. Der Transport aus den beiden Zentraldepots in insgesamt 92 Krankenhäuser, Tageskliniken und Praxen in Hamburg und Schleswig-Holstein ist allerdings aufwendig und teuer. Der Blutspendedienst erwartet, dass die logistischen Veränderungen über eigene Depots in den Kliniken dazu beitragen, den derzeitigen Preis von 84 Euro je Halbliter-Beutel stabil halten zu können.

Bei den im Sommer üblichen Engpässen bei Blutspenden setzt der Blutspendedienst besonders auf die Landbevölkerung. Zum Vergleich: In Hamburg kommen auf 100 Einwohner 0,9 Blutspender, an der Nordseeküste dagegen 10,4. Auch junge Erwachsene etwa an Berufsschulen werden jetzt verstärkt angesprochen. Insgesamt benötigt der Blutspendedienst im Norden täglich 750 Blutspenden, um den Bedarf zu decken. Im vergangenen Jahr sank das Spendenaufkommen um zwei Prozent, während der Bedarf um zwei Prozent zunahm.

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