Berufspolitik

Bremen will Tierversuche an Uni einschränken

BREMEN (cben). Bremens Sozialsenatorin kündigt das Verbot von bestimmten Tierversuchen an der Bremer Uni an. Die Universität will sich wehren und notfalls das Bundesverfassungsgericht anrufen.

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Die Bremer Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, Ingelore Rosenkötter (SPD), hat der Uni mitgeteilt, dass der Antrag von Professor Andreas Kreiter auf Genehmigung von Tierversuchen "voraussichtlich abgelehnt wird". Damit gingen der Uni voraussichtlich 2,3 Millionen Euro Fördergelder des Bundesforschungsministeriums verloren. "Es geht der Behörde um Bedenken, dass die Belastungen für die Makaken im Vergleich zum Nutzen der Studien zu groß sind", sagte Professor Reinhard Fischer, Uni-Beauftragter für Makakenversuche, zur "Ärzte Zeitung". Diese Forschung sei angewandte Forschung, argumentierte Fischer, "sie zielt auf die drahtlose Signalerfassung. Die Ergebnisse können für Epilepsiepatienten von Nutzen sein." Kreiter ist Professor für Zoophysiologie am Bremer Zentrum für Kognitionswissenschaften. Er hatte das Geld für seine Versuche mit Affen im Rahmen seiner Untersuchungen der elektronischen Stimulation der Großhirnrinde für medizinische Diagnostik und Neuroprothetik beantragt. Die Förderung wurde zugesagt, vorausgesetzt die Bremer Behörde stimme zu. Den Bremer Versuchstieren werden haarfeine Elektroden ins Gehirn eingepflanzt, um Hirnaktivitäten messen zu können. Die Makaken sitzen dann für Lern- und Reaktionstests vor Bildschirmen.

Die Universitätsleitung hält das Untersagen der hervorragenden Forschungsarbeiten von Professor Kreiter für einen unzulässigen Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit. Tierschutzregelungen seien eingehalten, auch das Bundesforschungsministerium habe zugestimmt. Die Uni würde ein endgültiges Verbot nicht hinnehmen und im Zweifel vor Gericht gehen, bis hin zum Bundesverfassungsgericht, sagte Fischer.

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