Berufspolitik

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Foto: GSK, www.fotolia.de

Nach einem Besuch in den USA erkrankte ein Student aus Göttingen an Schweinegrippe -  jetzt konnte er aus der Klinik entlassen werden.

Von Heidi Niemann

GÖTTINGEN. Eine Woche war der Göttinger Student in den USA. Der 25-Jährige hatte sich mehrere Tage in New York aufgehalten. Nur wenige Blocks von seiner Unterkunft in Manhattan entfernt sei eine Schule wegen Influenza-Erkrankungen geschlossen gewesen, berichtet er.

Auch an mehreren anderen Schulen in New York sei der Unterricht ausgefallen, um weiteren Ansteckungen mit dem neuen H1N1-Virus vorzubeugen. Bei der Rückreise habe er ebenso wie die übrigen Passagiere am Flughafen ein Info-Blatt des Robert-Koch-Instituts erhalten, in dem über das Auftreten der so genannten Schweinegrippe in den USA und die Krankheitssymptome informiert wurde. Von den bislang 78 Krankheitsfällen in Deutschland waren 51 Betroffene zuvor in den USA gewesen und hatten die Krankheit von dort eingeschleppt.

Spezielle Isolation: Ein Arzt befestigt ein Hinweisschild an einem Krankenzimmer der Intensivstation.

Spezielle Isolation: Ein Arzt befestigt ein Hinweisschild an einem Krankenzimmer der Intensivstation.

© Foto: dpa - Bildfunk

Der Student weiß nicht, wo er sich angesteckt hat: "Ich war in vielen Museen und Ausstellungen und bin U-Bahn gefahren - das kann also überall gewesen sein."

Nach der Rückkehr fühlte er sich schon auf der Zugfahrt vom Frankfurter Flughafen nach Göttingen ziemlich schlapp. "Ich habe das aber auf den anstrengenden Flug geschoben", meint der 25-Jährige. Zuhause habe er sich dann erst einmal hingelegt. Als sich dann aber bald darauf auch Schweißausbrüche, Gliederschmerzen und andere Grippesymptome einstellten, begab er sich vorsichtshalber ins Uni-Klinikum.

Jeder Besucher brauchte einen Schutzanzug

"Eigentlich habe ich es für unwahrscheinlich gehalten, dass es die Schweinegrippe ist", sagt der Student. Trotzdem wies er die Mediziner in der Notaufnahme auf die Möglichkeit hin. Daraufhin sei er sofort in einen speziell für solche Fälle präparierten Raum gekommen. Dort untersuchten ihn zwei Ärzte und nahmen Proben aus dem Rachen, der Nase sowie eine Speichelprobe. Danach kam er auf die Isolierstation. Am nächsten Tag habe er immer noch bis zu 40 Grad Fieber gehabt, erzählt der Student. Er bekam fiebersenkende Medikamente, das Grippemittel Tamiflu®, Kochsalzlösungen und viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch das starke Schwitzen wieder auszugleichen. "Das hat geholfen", meint der 25-Jährige.

Dabei stand er unter ständiger medizinischer Beobachtung. "Alles lief sehr professionell, und alle waren sehr hilfsbereit." Allerdings sei es am Anfang etwas beklemmend gewesen, dass jeder, der sein Zimmer betrat, von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung eingehüllt war. "Da fühlt man sich erst einmal wie ausgestoßen." Auch Besucher mussten sich derart präparieren, bevor sie zu ihm ins Zimmer durften. Seine Eltern seien überrascht gewesen, ihn plötzlich im Klinikum zu finden. "Ich konnte sie aber sehr schnell beruhigen."

Die ersten zwei Tage sei es ihm ziemlich schlecht gegangen, erzählt der 25-Jährige. Am dritten Tag sei das Fieber dann wieder abgeklungen, da habe er sich aber noch sehr müde gefühlt. Einen Tag später sei er erstmals wieder aufgestanden.

Seine Schwester hat sich nicht angesteckt

Insgesamt sei die Erkrankung wie eine normale Grippe verlaufen: "Kein Grund zur Panik." Seine Schwester, mit der er gemeinsam in den USA war, habe sich offenbar nicht angesteckt. Bislang hätten sich bei ihr keine Symptome gezeigt.

Der 25-Jährige will sich nun wieder schnellstens seinem Studium widmen. Eigentlich hatte er sich mit der USA-Reise nur eine kurze Auszeit von einer Woche nehmen wollen - durch die Schweinegrippe waren daraus zwei Wochen geworden.

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