Psychotherapie

Demo in Nordrhein für mehr Honorar

Mit Plakaten haben die Psychotherapeuten in Nordrhein ihren Unmut vor der KV-Vertreterversammlung Luft gemacht. Sie fordern mehr Honorargerechtigkeit - mit Erfolg.

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DÜSSELDORF. Bei der Vertreterversammlung (VV) der KV Nordrhein (KVNo) haben mehr als 100 Psychotherapeuten für eine bessere Honorierung demonstriert.

Mit Transparenten wie "Psychotherapeuten fordern Honorargerechtigkeit jetzt" oder "Psychotherapeuten haben nicht für alles Verständnis" begleiteten sie den Anfang der Sitzung. Zuvor hatten sie einen offenen Brief mit 350 Unterschriften an die KVNo-Vorstände Dr. Peter Potthoff und Bernhard Brautmeier übergeben.

"Wir müssen seit 15 Jahren gegen die drastische Benachteiligung bei der Honorierung Widerspruch einlegen und bis zum Bundessozialgericht gehen", kritisierte Martin Zange, vom Vorstand der Landesgruppe Nordrhein der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV). Die VV hatte ihm ein Rederecht eingeräumt.

In den vergangenen vier Jahren hätten die Psychotherapeuten lediglich ein Honorarplus von zwei Prozent erhalten, das waren 0,5 Prozent pro Jahr. "Durch die Inflation haben wir praktisch einen Honorarverlust", betonte Zange.

Einkommens-Schere öffnet sich seit Jahren

Die Tatsache, dass die Leistungen seit Anfang des Jahres extrabudgetär vergütet werden, biete die Chance, an der Situation endlich etwas zu ändern. "Es gibt endlich die Möglichkeit, psychotherapeutische Leistungen besser zu vergüten, ohne Verluste im fachärztlichen Bereich fürchten zu müssen", sagte er.

Die Selbstverwaltung tue sich sehr schwer damit, für einen fairen Interessenausgleich zu sorgen, sagte die DPtV-Bundesvorsitzende und VV-Mitglied Barbara Lubisch.

"Die Schere zwischen den Einkommen der überwiegend somatisch tätigen Arztgruppen und der psychotherapeutisch Tätigen geht immer weiter auseinander", warnte sie.

Lubisch brachte gemeinsam mit weiteren psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten einen Antrag ein, der auf eine Anpassung der Honorare gemäß der in den Jahren 2009 bis 2013 stattgefundenen Erhöhung der allgemeinen fachärztlichen Honorare drängt. Er wurde mit klarer Mehrheit angenommen. (iss)

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