Direkt zum Inhaltsbereich

Der Druck auf Bayerns Kliniken wächst

Die Wunschliste an Krankenhäuser ist lang. Doch die Erlössteigerungen sind gedeckelt und die bayerische Regierung kürzt bei Klinikinvestitionen.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN (sto). Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser in Bayern verschlechtert sich nach Angaben der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) zusehends.

Die Liste der Anforderungen, die an die Krankenhäuser gestellt werden, werde immer länger, erklärte der Vorsitzende der BKG, Franz Stumpf, bei der Mitgliederversammlung seiner Organisation in München.

Von den Krankenhäusern werde ein besseres Hygienemanagement, eine größere Familienfreundlichkeit mit attraktiven Arbeitszeiten und Teilzeitstellen, eine bessere und umfangreichere Weiterbildung vor allem der jungen Ärzte, mehr Zeit und Fürsorge für Demenzkranke, alte und behinderte Patienten und noch mehr Engagement in der ambulanten Notfallversorgung verlangt.

Viele dieser Forderungen seien durchaus sinnvoll, räumte Stumpf ein. Doch wenn das Krankenhaus darauf hinweist, dass man dafür auch eine wirtschaftliche Grundlage benötige, gebe es keine Antworten.

Klinikinvestitionen auf Tiefstand

Mit Erlössteigerungen, die an die Grundlohnrate gekoppelt sind, könnten die Kostensteigerungen nicht annähernd gedeckt werden, sagte Stumpf.

Kritisch äußerte sich der BKG-Vorsitzende auch zu den Kürzungen des Freistaates bei den Krankenhausinvestitionen. Einerseits spreche der Ministerpräsident von der erfreulichsten finanziellen Lage in der Geschichte des Freistaates, andererseits würden die Krankenhausinvestitionen auf einen neuen Tiefstand gekürzt.

"Dies ist ein verheerendes Signal für die bayerischen Kliniken", sagte Stumpf. Bayerns Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber (CSU) erklärte demgegenüber, er sei "nicht glücklich" über die Kürzungen.

Er habe mit dem Finanzminister vereinbart, dass Haushaltsreste aus dem laufenden Jahr übertragen werden können, sodass die Kürzungen in 2012 nicht spürbar werden.

Zugleich sprach sich Huber dafür aus, die Krankenhausstrukturen demografiefest zu gestalten. Die Krankenhäuser müssten mehr miteinander kooperieren und ihre Angebote abstimmen. Auch die Zusammenarbeit mit dem ambulanten Sektor müsse verbessert werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Lesetipps
Patient vor der CT-Untersuchung der Lunge.

© jovannig / stock.adobe.com

Telemedizin für Prävention

Lungenkrebs-Screening: Das Münsterland zeigt, wie es funktionieren kann

Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren