Berufspolitik

Der Gesundheitszustand ist bei vielen älteren Menschen alarmierend

HAMBURG (di). Die Versorgung alter Menschen in Hamburg soll verbessert werden. Dieses Ziel haben sich Leistungserbringer in der Hansestadt gesetzt, nachdem eine Studie ernüchternde Ergebnisse über die Situation älterer Menschen erbracht hat.

Veröffentlicht: 08.07.2009, 15:04 Uhr
Der Gesundheitszustand ist bei vielen älteren Menschen alarmierend

Die Hamburger Studie belegt Defizite bei der Pflege.

© Foto: Klaro

Als "Mahnung und Ansporn zugleich" fassten Ärzte-, Klinik- und Pflegevertreter die Ergebnisse einer Studie auf, die am Mittwoch von der Rechtsmedizin des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf präsentiert wurden.

Professor Klaus Püschel hatte 8518 Verstorbene ab dem 60. Lebensjahr untersuchen lassen und daraus Rückschlüsse auf die gesundheitliche Versorgung in der letzten Lebensphase gezogen. Danach hatte nur rund die Hälfte der Verstorbenen zuvor Normalgewicht, 15 Prozent waren untergewichtig. Alarmierend waren auch die sozialen Umstände - mit hohem Lebensalter steigt auch das Risiko, einsam zu sterben. Auch die Ergebnisse zu Dekubitus, zur Sturzgefahr und zum Zahnstatus zeigen Handlungsbedarf.

Die Hamburger Autoren der Studie vermeiden Schuldzuweisungen.

Püschel vermied Schuldzuweisungen und bescheinigte Ärzten und Pflegern gute Arbeit. Er verwies auch auf eine ähnliche, aber nicht vergleichbare Untersuchung vor zehn Jahren in Hamburg, die noch schlechtere Ergebnisse erbracht hatte. Püschel warnte aber davor, daraus den Rückschluss auf Verbesserungen zu ziehen. "Das reicht nicht aus, wir müssen deutlich mehr tun", sagte Püschel.

In einem Zehn-Punkte-Programm fordert Püschel weitere Anstrengungen. "Der demografische Wandel droht uns zu überrollen", warnte der Rechtsmediziner.

Ärztekammer, Krankenhausgesellschaft, Hausärzteverband und Pflegegesellschaft kündigten an, an Verbesserungen mitzuwirken. Klaus Schäfer, Vorsitzender des Hamburger Hausärzteverbandes, hält einen gemeinsamen Einsatz erforderlich. Verbesserungen wären möglich, wenn Kranken- und Pflegekassen vorsorgende Hausbesuche von Ärzten honorieren würden.

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