Integration

Deutschland verfehlt Ziele

Die Integration von Menschen mit Behinderung läuft nicht optimal. In einem Expertenbericht wird zudem medizinische Versorgung nicht bewertet.

Von Rebecca Beerheide Veröffentlicht:

BERLIN. Deutschland verfehlt aus Sicht von Experten die Ziele der Vereinten Nationen bei der Eingliederung von Behinderten in wesentlichen Punkten.

Die nationale Monitoring-Stelle zur UN-Konvention von Behindertenrechten kritisierte Bund und Länder, weil sie an gesonderten Einrichtungen für Behinderte festhalten - etwa bei Bildung, Wohnen und Arbeit.

"Solche Doppelstrukturen bergen (...) die Gefahr von Ausgrenzung und Benachteiligung", heißt es in einem Bericht.

Der Leiter der Monitoring-Stelle, Dr. Valentin Aichele, sieht dennoch in Deutschland einen "Perspektivwechsel": "Wir werfen der Bundesregierung nicht Untätigkeit vor. Aber die Umsetzung muss mit viel mehr Nachdruck vorangetrieben werden", so Aichele vor Journalisten.

Auch müsse es noch stärker ins Bewusstsein von Regierungsmitarbeitern, dass jeder Gesetzentwurf auch auf die Belange von Menschen mit Behinderung geprüft wird. "Das System ist ja nicht dafür entwickelt, dass Behinderte im aktuellen Leben mit dabei sind", so Aichle.

Im Parallelbericht an den UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen kritisiert die Monitoring-Stelle die Rechte der Menschen in der psychiatrischen Versorgung sowie in die freiheitseinschränkenden Maßnahmen in der Altenpflege.

Die Empfehlung: Es sollte eine Strategie entwickelt werden, "die sicherstellt, dass die Rechte älterer Menschen auf menschenwürdige Pflege, einschließlich der Freiheit auf Mobilität und persönliche Unversehrtheit, gewährleistet sind."

Den Bereich Gesundheit, der in der UN-Konvention den sehr ausführlichen Paragrafen 25 einnimmt, hat die Monitoring-Stelle nicht explizit evaluiert.

Auf Nachfrage erklärte Aichele, dass ein Parallelbericht nach UN-Vorgaben eine gewisse Anzahl an Wörtern nicht überschreiten dürfe. Daher sei der Gesundheitsbereich der Kürzung zum Opfer gefallen.

Die UN wollen Ende März einen eigenen Bericht vorlegen, wie Deutschland die Konvention umsetzt. Die Monitoring-Stelle ist beim Deutschen Institut für Menschenrechte angesiedelt. (mit dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen

Kommentar

Nina Warken und ihre Vorkoster für das GKV-Sparpaket

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen

Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Ein Arzt zieht eine Spritze mit dem Botolinumtoxin auf.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Karriere eines Nervengiftes

Wie gut hilft Botulinumtoxin gegen Nacken- und Gelenkschmerzen?