Deutschland

Dicke nehmen zu

Deutschland, das Land der Bewegungsmuffel? Ein neuer Report schlägt Alarm: Zwar wird weniger geraucht und Alkohol getrunken. Dafür nimmt die Zahl der Dicken zu.

Veröffentlicht: 05.10.2012, 15:31 Uhr
Übergewicht im Biergarten: Nur noch einer von zehn Deutschen lebt gesund.

Übergewicht im Biergarten: Nur noch einer von zehn Deutschen lebt gesund.

© Arteria Photography

KÖLN (iss). Immer weniger Deutsche verhalten sich gesundheitsbewusst. Nach dem Gesundheitsreport 2012 des privaten Krankenversicherers DKV hat in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der Überwichtigen und der Bewegungsmuffel weiter zugenommen.

Das Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule in Köln hatte im Auftrag der DKV 3032 Personen ab 18 Jahren zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Zwar hat sich gegenüber dem ersten DKV-Gesundheitsreport aus dem Jahr 2010 der Zigaretten- und Alkoholkonsum leicht verringert, doch bei anderen Parametern für ein gesundheitsbewusstes Verhalten ist der Trend negativ.

So ist etwa der Anteil der Menschen, die sich als übergewichtig bezeichnen, von 44 Prozent auf 46 Prozent gestiegen. 2012 gaben nur noch 54 Prozent der Befragten an, mindestens 150 Minuten pro Woche moderat körperlich aktiv zu sein.

Aids-Kampagnen als Vorbild

Zwei Jahre zuvor waren es noch 60 Prozent. Nach der Erhebung leben nur elf Prozent rundum gesund, vor zwei Jahren waren es 14 Prozent. Alle anderen könnten nach Einschätzung der Autoren des Gesundheitsreports ihren Lebensstil deutlich verbessern.

Die meisten Gesundheitsbewussten gibt es demnach in der Generation der über 65-Jährigen.DKV-Chef Dr. Clemens Muth fordert ein stärkeres Engagement gegen Übergewicht und Bewegungsmangel.

Vorbild sollte die Aids-Kampagne mit der klaren Werbung für Kondome sein, sagt er. "Diese Kampagne wirkt. Die Aufklärung gegen Übergewicht und Bewegungsmangel braucht gesellschaftlich den gleichen Stellenwert wie die Aids-Prävention."

Denn auch hier könne durch Verhaltensänderungen die weitere Ausbreitung wirksam begrenzt werden, glaubt Muth.

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