Leitartikel zur Psychotherapie

Die Bedarfsplanung ist lange nicht genug

Bundesweit soll es 1300 neue Sitze für Psychotherapeuten geben - also ist jetzt alles gut in der Versorgung? Noch lange nicht, warnen die Kammern. Besonders Kinder und Jugendliche sind noch immer schlecht versorgt.

Von Sunna Gieseke Veröffentlicht: 23.07.2013, 12:44 Uhr
Die Bedarfsplanung ist lange nicht genug

Lange Wartezeitung und lange Anreisewege: Für junge Patienten ist bereits heute der Anfahrtsweg zu einem Psychotherapeuten lang.

© pegbes / fotolia.com

Lange Wartezeiten und weite Anfahrtswege: Kinder und Jugendliche, die unter einer psychischen Erkrankung wie zum Beispiel einer Depression oder einer Angststörung leiden, müssen besonders auf dem Land viele Hürden überwinden, wenn sie eine Psychotherapie machen wollen.

Allein die Suche nach einem geeigneten Psychotherapeuten kann zu einer Odyssee werden: Auf ein Erstgespräch warten die Betroffenen laut Bundespsychotherapeutenkammer bundesweit durchschnittlich drei Monate, in Ostdeutschland sind es fast fünf.

Zudem sind lange Anfahrtswege gerade für Kinder und Jugendliche oft eine Zumutung. Eine Stunde Busfahrt, um einen Psychotherapeuten aufzusuchen: Schon für einen Erwachsenen ist das ein Hindernis, aber leider oft Realität - vor allem im Osten.

Die Reform der Bedarfsplanung soll diese Situation jetzt verbessern. Seit dem 1. Juli 2013 können sich nun etwa 1300 zusätzliche Psychotherapeuten niederlassen. Von dieser Veränderung soll vor allem der Osten profitierten. Mehr als 600 neue Sitze fallen auf das Gebiet der fünf ostdeutschen Bundesländer.

Ab sofort gilt ein neuer Schlüssel für die Verhältniszahlen, sprich: wie viele Psychotherapeuten pro Kopf die Versorgung sicherstellen sollen - gerade auf dem Land soll sich die Situation deutlich verbessern.

Bislang gab es 4,3 Psychotherapeuten auf 100.000 Einwohner, jetzt dürften sich dort insgesamt 16,8 Psychotherapeuten auf 100.000 Einwohner niederlassen, so jedenfalls die Theorie ...

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