Kommentar

Die Partikular- Demokratie

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

Es spricht nicht gerade für ausgeprägt demokratische Usancen in diesem Lande, wenn während eines Spiels die Spielregeln verändert werden - im konkreten Fall die Dauer der im Herbst zu Ende gehenden Wahlperiode der KV-Vertreterversammlungen. Gesundheitspolitiker der Unionsfraktion, die offenbar solche Pläne wälzen, sollten sich bei ihren Rechtspolitikern Rat holen.

Dass gerade die KBV der Wahlverschiebung Beifall zollt, mutet ebenfalls höchst merkwürdig an. Allein die Tatsache, dass seit Jahr und Tag über die Stärke oder Schwäche der Hausarztfraktion im Vergleich zur Facharztfraktion gestritten wird, zeigt, dass die Selbstverwaltung Probleme bei der Bewältigung ihrer Aufgaben hat. Die Versorgung von Patienten und die Dotierung ärztlicher Leistungen hat Unwuchten. Die berechtigte Vertretung von Belangen der Vertragsärzte gegenüber Politik und Gesellschaft ist im Widerstreit der Interessen geschwächt.

Der Grund: Die Selbstverwaltung wird zerrieben vom Partikularinteresse großer und kleiner Gruppen. Zu fragen ist: Was ist das Selbstverständnis von Mitgliedern der Vertreterversammlung. Sind sie Abgesandte ihrer jeweiligen Fachgruppe? Oder haben sie die gesamte Versorgung und damit alle Ärzte im Blick?

Lesen Sie dazu auch: Widerstand gegen Verschiebung der KV-Wahl

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird