Direkt zum Inhaltsbereich

Arzneitests

EU-Ausschuss beschließt mehr Transparenz

Veröffentlicht:

BRÜSSEL. Der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments hat schärfere Vorschriften für klinische Studien einmütig befürwortet. Künftig müssen auch Ergebnisse von Arzneimitteltests veröffentlicht werden, die negativ ausgefallen sind.

Jede Studie benötigt ein zustimmendes Votum einer Ethik-Kommission. Im ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission war dieser Passus nicht enthalten. Das Parlamentsplenum berät die Verordnung Anfang April.

Nach Darstellung des gesundheitspolitischen Sprechers der EVP-Fraktion im Parlament, Dr. Peter Liese, sind nur persönliche Daten der Prüfungsteilnehmer sowie Betriebsgeheimnisse von der Veröffentlichungspflicht für Studien ausgenommen.

Der Kompromiss der zuständigen Berichterstatterin Glenis Willmott aus Großbritannien ist am Dienstag im Gesundheitsausschuss einstimmig angenommen worden. Die Labour-Abgeordnete zeigte sich überzeugt, dass die EU-Verordnung den "globalen Standard" für Transparenz bei klinischen Studien setzen wird.

Als Vorteil der geplanten Verordnung bezeichnet es Liese, dass die Vorgaben für unabhängige Forscher entbürokratisiert würden. Künftig solle es ein einheitliches Portal geben, bei dem eine klinische Studie beantragt werden kann. Dabei solle ein federführender Mitgliedsstaat alle Fragen rund um die Studie koordinieren.

Als "problematisch" bezeichnete der Arzt und CDU-Abgeordnete Liese eine Passage in der geplanten Verordnung, in der auch gruppennützige Forschung bei nicht-einwilligungsfähigen Patienten zugelassen werden soll.

Gemeint sind etwa Studien, von denen beispielsweise Demenzpatienten nicht unmittelbar profitieren. In den Beratungen sei auch auf Druck der Bundesregierung durchgesetzt worden, dass die Mitgliedsstaaten an strengeren nationalen Schutzstandards festhalten können. "Ich rechne fest damit, dass Deutschland davon Gebrauch macht", teilte Liese mit.

Nach abschließender Beratung durch das Parlament und Zustimmung des Ministerrats könnte die Verordnung dann ab Mitte 2016 in Kraft treten. Sie wird dann eine aus dem Jahr 1997 stammende Richtlinie ablösen. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Anhörung zum GKV-Sparpaket: Koalition zwischen Baum und Borke

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Lesetipps
Hausarzt Florian Vorderwülbecke mit seiner Tasche

© Vincenz Vorderwülbecke

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Viel hilft viel? Die Studienlage zu Probiotika ist im besten Falle durchwachsen.

© Romario Ien / stock.adobe.com

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

In Deutschland machen frühe Erkrankungen mit Darmkrebs (EOCRC), also vor dem 50. Lebensjahr circa 5 Prozent der Neudiagnosen aus.

© Dmytro / stock.adobe.com

Registerauswertung aus neun Bundesländern

Mehr Darmkrebs-Neudiagnosen bei Jüngeren in Deutschland