Gesundheitspolitik international

EU-Debatte um Kennzeichnung von Lebensmitteln

BRÜSSEL (spe). Der bayerische Verbraucherschutzminister Otmar Bernhard hält die bislang diskutierten Ideen für eine EU-einheitliche Kennzeichnung von Lebensmitteln für unzureichend.

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In einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" betonte Bernhard: "Ich bin für eine europaweit einheitliche Lebensmittelkennzeichnung. Die Verbraucher benötigen aber verständliche und auf Anhieb gut sichtbare Informationen."

Bernhard schlägt eine Kombination aus schriftlichen und grafischen Elementen vor, die Aufschluss darüber geben soll, wie fett, salzig oder süß ein Lebensmittel ist. Die Prozentangaben zu den einzelnen Nährwertgehalten bezogen auf die empfohlene Tagesmenge für einen Erwachsenen sollten in Säulen dargestellt auf der Vorderseite der Verpackungen stehen, so der Minister

Die Europäische Kommission hatte Ende Januar einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der verbindliche Angaben über die in Nahrungsmitteln enthaltenen Nährwerte (Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlehydraten, Zucker, Salz) auf der Vorderseite der Verpackungen vorsieht. Der Brüsseler Vorschlag hat nach Ansicht des bayerischen Verbraucherschutzministers den Nachteil, dass die Informationen lediglich in Textform auf der Verpackung erscheinen sollen.

Kritik übt Bernhard aber auch an der derzeit gültigen deutschen Regelung, da sie eine freiwillige Kennzeichnung durch die Industrie vorsehe. Eine klare Absage erteilte der Minister der von Verbraucherschützern propagierten Ampel-Lösung. Bei diesem aus Großbritannien stammenden Modell stehen rote Symbole für hohe Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz, gelbe für einen mittleren und grün für einen geringen Gehalt.

"Die Ampel setzt falsche Signale. Es gibt keine guten oder schlechten Lebensmittel, sondern nur gute oder schlechte Ernährungsgewohnheiten", so Bernhard.

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