Antibiotika-Standards

EU-Parlamentfordert Verschärfung

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BRÜSSEL. Das Europäische Parlament (EP) verstärkt den Kampf gegen unkontrollierten Antibiotikaeinsatz. Der EP-Umweltausschuss sprach sich in dieser Woche für ein Verbot des Antibiotika-Handels im Internet und verschärfte Standards beim Einsatz von Antibiotika in der Veterinärmedizin aus.

"Um die gefährliche Antibiotikaresistenz zu bekämpfen, müssen wir auch bei der Tiermedizin ansetzen. Denn dort entstehen ebenfalls antibiotikaresistente Keime, die auf den Menschen übergreifen können", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Gruppe Peter Liese in Brüssel.

Jährlich sterben in der EU nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 25.000 Menschen, weil Antibiotika ihre Wirkung verlieren. Standen bisher Hygienevorschriften in Krankenhäusern sowie ein sorgsamerer Antibiotika-Einsatz in der Humanmedizin im Fokus, sollen künftig auch ähnliche Regelungen für die Tiermedizin gelten.

"Der Ausschuss fordert, den Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierhaltung nur in begründeten Ausnahmesituationen und nach Sondergenehmigung der entsprechenden nationalen Behörde zu ermöglichen", sagte der EUAgrarpolitiker Peter Jahr.

"Auch die präventive Verabreichung von Antibiotika wird nur noch in ganz klar definierten Ausnahmefällen erlaubt sein", so CDU-Europaparlamentarier Norbert Lins. Das EU-Parlament setzt sich mit der verabschiedeten Verordnung dafür ein, dass die Nachweis- und Dokumentationspflicht beim Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin auch in der Humanmedizin EU-weit zur Regel wird.

"Viele der Forderungen sind für Deutschland aufgrund bestehender Bundesgesetze schon Realität", so Pädiater Liese. Künftig sollen strenge Vorgaben für alle 28 EU-Mitgliedstaaten geben. Das EU-Parlament will den Vorschlag im April im Plenum verabschieden, bevor sich der Ministerrat abschließend damit befasst. (taf)

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