Eine Kinderkrippe für den Mediziner-Nachwuchs

Die Universitätsmedizin Mannheim will mit einem Betreuungsangebot ihre Chancen im Wettbewerb um junge Ärzte und Wissenschaftler verbessern.

Von Ingeborg Bördlein Veröffentlicht:

MANNHEIM.Als bundesweit erste Fakultät hat die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) der Universität Heidelberg eine eigene Kinderkrippe für den Nachwuchs ihrer Mitarbeiter und Studierenden eingerichtet. 20 Sprösslinge im Alter von acht Wochen bis zu drei Jahren kann die Kinderkrippe Medi-Kids in der Nähe des Klinikumgeländes aufnehmen.

Als akademische Nachwuchsförderung in beiderlei Sinne versteht der Dekan der Fakultät Professor Klaus van Ackern die beispielhafte Einrichtung. Um hochqualifizierte Jungwissenschaftler und Mediziner gewinnen zu können, müsse man entsprechende Betreuungsangebote vorhalten. So gab letztlich ein Lehrstuhlbewerber den Anstoß, das Projekt Kinderkrippe möglichst schnell zu realisieren, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät Professor Grietje Beck zur "Ärzte Zeitung". Er hatte seine Zusage für die Übernahme des Lehrstuhls von geeigneten Betreuungsmöglichkeiten für seine Kinder abhängig gemacht.

Mit Unterstützung der Fakultätsleitung hat die Gleichstellungsbeauftragte und stellvertretende Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin das seit langem geplante Projekt zusammen mit der Leiterin des Gleichstellungsbüros an der Fakultät Antonia Scheib-Berten vorangetrieben.

Die fakultätseigene Kinderkrippe passt sich den Bedürfnissen vor allem der wissenschaftlichen Mitarbeiter an. Den langen Arbeitszeiten wird mit entsprechenden Öffnungszeiten Rechnung getragen: Montags bis freitags ist die Kita ab sieben Uhr morgens bis 19 Uhr abends geöffnet. In zwei Gruppen werden jeweils zehn Kinder von Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen und Kinderpflegerinnen betreut. Mit kurzen Ferienzeiten - die Kita bleibt nur zwei Wochen im Jahr geschlossen - soll den speziellen Arbeitsbedingungen von Frauen im Wissenschafts- und Klinikbetrieb Rechnung getragen werden. Die Medi-Kids sollen mit modernen Förderkonzepten betreut werden.

Ab 1. August wird eine eigene Hauswirtschafterin dafür Sorge tragen, dass nur gesunde Biokost auf den Tisch kommt. Die Kita steht nicht nur den Sprösslingen der Wissenschaftler offen, sondern auch den Studentenkids und allen Mitarbeitern der Medizinischen Fakultät. Kinder der Klinikmitarbeiter - wie etwa Klinikärzte und Krankenschwestern - können ihren Nachwuchs schon seit Jahren in der Klinikkindertagesstätte unterbringen. Voraussetzung für die Aufnahme in die fakultätseigene Kinderkrippe ist, dass einer der Elternteile der Fakultät angehört. Die Plätze sind schon vergeben, eine Warteliste existiert.

Finanziert wird das Projekt zu einem Teil vom Bundesfamilienministerium aus den Mitteln eines EU-Sozialfonds sowie vom Baden-Württembergischen Wissenschaftsministerium. Die Bundesgelder stammen aus dem Förderprogramm "Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung" speziell für Mitarbeiter- und Studierendenkinder unter drei Jahren. Bis zu zwei Jahre lang werden 50 Prozent der zuwendungsfähigen Betriebskosten aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

KV-Vorstandsvergütungen im Vergleich

KBV-Chef Andreas Gassen bleibt der bestbezahlte KV-Funktionär

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Nutzen überwiegt Risiken

Mammografie jetzt auch für Frauen ab 45

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?