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Elf Prozent Rabatt auf Pirfenidon

Es geht voran mit der frühen Nutzenbewertung: Jetzt steht der erste Rabatt für ein Orphan Drug - und das obwohl es im Vorfeld der Bewertung für das Präparat große Aufregung gab.

Veröffentlicht:

BERLIN (brs). Der GKV-Spitzenverband und das Unternehmen InterMune Deutschland haben sich auf den Erstattungsbetrag für Pirfenidon (Esbriet®) geeinigt.

InterMune gewährt ab 15. September elf Prozent Rabatt zusätzlich zum gesetzlichen Herstellerabschlag von 16 Prozent.

Mit dem Erstattungsbetrag für das Arzneimittel gegen idiopathische pulmonale Fibrose liegt erstmals ein Verhandlungsergebnis gemäß Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) für ein Arzneimittel gegen seltene Krankheiten vor.

Der Hersteller und der GKV-Spitzenverband hatten sich vor wenigen Tagen in ihrer vierten Verhandlungsrunde auf die wesentlichen Eckpunkte für Esbriet® verständigt.

Im Rückblick bezeichnen beide Seiten die Verhandlungen als "konstruktiv und fair". Der oberste Kassenverband erwartet nun Einsparungen "im unteren zweistelligen Millionenbereich" für die zweijährige Vertragslaufzeit.

GBA korrigiert IQWiG

Für Aufregung hatte die vorausgegangene frühe Nutzenbewertung gesorgt, die erste für ein Orphan Drug.

Obwohl für Orphan Drugs per Gesetz der Zusatznutzen mit der Zulassung grundsätzlich als belegt gilt, hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) diesen als nicht belegt eingestuft.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) korrigierte daraufhin die Bewertung und bescheinigte Pirfenidon einen Zusatznutzen, stufte ihn jedoch als nicht quantifizierbar ein.

Esbriet® ist das erste Arzneimittel mit einer expliziten Zulassung für die leichte bis mittelschwere idiopathische Lungenfibrose. Der Wirkstoff wird in der zugelassenen Indikation als Praxisbesonderheit anerkannt.

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