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Kommentar

Empörung allein reicht nicht

Ruth NeyVon Ruth Ney Veröffentlicht:

Der Protest gegen das Sultanat Brunei kann nicht laut genug sein. Dass dort Homosexualität seit Kurzem mit Steinigung bestraft werden soll, steht nicht nur eindeutig im Widerspruch zu den Menschenrechten. Überall, wo Homosexuelle, Bisexuelle und Trans-Personen (LGBT) unterdrückt, stigmatisiert oder gar kriminalisiert werden, gehen HIV-Infektionsraten dramatisch hoch. Das zeigen Beispiele wie Indonesien und Osteuropa.

So ist laut Human Rights Watch etwa in Indonesien die HIV-Rate unter Männern, die mit Männern Sex haben (MSM), seit 2007 um das Fünffache angestiegen – von fünf auf 25 Prozent. Wenn am Sonntag beim Weltgesundheitstag die flächendeckende Gesundheitsversorgung im Fokus steht mit dem Ziel, Maßnahmen gegen häufige Erkrankungen überall vorzuhalten, darf auch das Thema HIV nicht fehlen.

Die Vereinten Nationen haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 die Aids-Epidemie zu beenden (90-90-90 definieren dabei die Zielmarken). Das gelingt aber nur, wenn alle Länder mitziehen – große wie kleine. Daran sollte auch Brunei erinnert werden. Immerhin gehört das dortige Gesundheitsministerium zu den Unterzeichnern der entsprechenden UN-Erklärung.

Lesen Sie dazu auch: HIV/Aids: Diskriminierung torpediert internationale Bemühungen gegen HIV Weltgesundheitstag: Globale Gesundheit – die Zahl der Baustellen ist groß

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